Lexikon
tschechische und slowakische Kunst
Architektur
Die ältesten Baudenkmäler sind romanische Rundkapellen (Marien- und Veitskapelle der Prager Burg) und dreischiffige Langhauskirchen mit Doppelchören (St.-Georgs-Kirche in Prag, vollendet 1142). Das gotische Kathedralsystem wurde beim Neubau des Prager Veitsdoms, zu dem Karl IV. den Grundstein legte, in reinster Form übernommen. Die Bauhütte Parlers übernahm Bauaufgaben im ganzen Land.
Die durch die Hussitenkriege unterbrochene Bautätigkeit kam erst unter Wladislaw II. zu neuer Blüte (Ausbau der Prager Burg, 1484–1502). Die sog. Böhmische Renaissance verband spätgotische Bauformen mit italienischen Elementen (Palais Schwarzenberg, 1563). Die Bauschöpfungen der Jesuiten in Prag stammen hauptsächlich von italienischen und niederländischen Künstlern (Salvatorkirche, 1640; Ignazkirche, 1628). Barockbauten schufen in Prag C. Dientzenhofer und sein Sohn K. J. Dientzenhofer (Nikolaikirche 1703 ff., St. Johann-Nepomuk 1730 ff. u. a.); ihr Einfluss blieb bis zum Ende des 18. Jahrhunderts beginnenden Klassizismus spürbar. Eine Besonderheit der tschechischen Kunst ist die starke Übernahme kubistischer Formen in die Architektur zwischen 1910 und 1925. J. Kotěra gilt mit seinen Wohnbauten in Prag im Geist des Funktionalismus als Begründer der mordernen tschechischen Architektur. Glasbau und der internationale Stil prägten die 1920er und 1930er Jahre der tschechischen und slowakischen Architektur. Zwischen den beiden Weltkriegen war K. Roškot (* 1886, † 1945) der führende Prager Architekt (Tschechoslowakischer Pavillon auf der Weltausstellung in New York 1939). Nach dem 2. Weltkrieg gab es trotz Sozialistischem Realismus eine gewisse Stilvielfalt, die sich im Bau öffentlicher Gebäude und im Wohnungs- und Siedlungsbau niederschlug. Seit Ende der 1990er Jahre werden die historischen Stadtkerne restauriert. Gleichzeitig erfolgt eine Rückbesinnung auf die Architektur der 1920er und 1930er Jahre.
- Einleitung
- Architektur
- Plastik
- Malerei
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