Lexikon
Karl IV.
deutscher König 1346–1378, König von Böhmen ab 1347, Römischer Kaiser ab 1355, König von Burgund ab 1365; * 14. 5. 1316 Prag, † 29. 11. 1378 Prag; Luxemburger, Sohn Johanns von Böhmen und der Přemysliden-Fürstin Elisabeth (* 1292, † 1330). Seit 1323 am Hof des französischen Königs Karl IV. und mit dessen Nichte Blanka von Valois († 1348) vermählt, kam Karl als Markgraf von Mähren, zum Statthalter seines Vaters bestellt, 1333 nach Böhmen. Nach seines Vaters Tod in der Schlacht von Crécy (1346) wurde Karl deutscher König unter Versprechungen an den Papst (keine Einmischung in Italien) und die Kurfürsten. Im Januar 1355 wurde Karl König von Italien und im April 1355 zum Kaiser gekrönt.
Kühl, berechnend, Krieg und Gewalt abgeneigt, erwarb Karl durch geschickte Vertragspolitik eine starke Hausmacht und bemühte sich, der Schwächung des deutschen Königtums durch die Fürsten entgegenzuwirken; er erwarb die einzelnen schlesischen Herzogtümer, die Niederlausitz, Brandenburg und weitere Gebiete und stellte auch Verbindungen zu Pommern (4. Ehe mit Elisabeth von Pommern, * 1347, † 1393), der Hanse und den Habsburgern her (durch den Erbvertrag 1364). Von weit tragender Bedeutung war, dass Karl den Schwerpunkt des Reichs nach Osten verlagerte; Böhmen, das er politisch, wirtschaftlich und kulturell förderte (Gründung der deutschen Universität in Prag 1348, Bau u. a. der Karlsbrücke, der Burg Karlstein, Erneuerung des Hradschin), wurde Kernland des Reichs. Karl zog bedeutende Künstler (P. Parler, Theoderich von Prag) und Gelehrte (Johann von Neumarkt) an seinen Hof, förderte Reichsstädte, Patriziat und Bürgertum und erließ das erste Reichsgrundgesetz, die Goldene Bulle (1356).
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