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LEXIKON

Uneinigkeit des Westens gegen die Osmanen

Uneinigkeit des Westens gegen die Osmanen
Kurz vor der Eroberung Konstantinopels 1453 nennt Sogan Pascha seinem Sultan Mehmed II. die Gründe, warum der Westen zu keiner Koalition gegen die Osmanen fähig war:

Ihr wisst ja selbst, wie die italienischen Fürsten und die übrigen westlichen Herrscher durch ihre Vielfalt in sich veruneint sind, zu keiner gemeinsamen Tat fähig und nie miteinander eines Sinnes. Und wenn sie auch, mit viel Mühe und nach langen Verhandlungen, sich etwas zusammentun, so geht der Bund in kurzer Zeit wieder in die Brüche. Und wenn sie auch verbündet sind, so arbeitet doch insgeheim einer gegen den anderen, wie er ihm etwas von seiner Herrschaft entreißen könnte, und sie sind voll Misstrauen im Umgang miteinander. Sie beraten, überlegen und reden viel, aber tun wenig, und was sie am Abend vorher beschlossen haben, wird am Morgen wieder umgestoßen. Und selbst wenn es dabei bleibt, sind sie säumig in der Durchführung, weil ein jeder die gelegene Zeit für seine besonderen Pläne und Absichten abwartet. Und wenn sie auch schon darangehen, und es anfangen ins Werk zu setzen, dann bringen sie es nicht zu Ende, weil sie sich inzwischen veruneinigen."

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