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LEXIKON

Vereinigtes Wirtschaftsgebiet

Bizone
das Gebiet der Besatzungszonen Großbritanniens und der USA in Deutschland, die aufgrund eines Abkommens der beiden Mächte am 1. 1. 1947 zu einer Wirtschaftseinheit zusammengeschlossen wurden, nachdem eine gemeinsame Deutschlandpolitik aller vier Besatzungsmächte nicht zustande gekommen war. Die einzelnen deutschen Verwaltungsämter wurden in Frankfurt am Main zusammengefasst; gleichzeitig wurde als legislatives Organ der von den Länderparlamenten beschickte Wirtschaftsrat eingerichtet. Nach weiteren Veränderungen gab es seit Februar 1948 folgende Organe: den Wirtschaftsrat mit 104 von den Länderparlamenten gewählten Mitgliedern, den Länderrat mit je 2 Mitgliedern für die 8 beteiligten Länder als föderatives Organ und den Verwaltungsrat mit einem Oberdirektor (H. Pünder) und 6 Direktoren (darunter L. Erhard) als Exekutivorgan. CDU/CSU, FDP und DP bildeten im Wirtschaftsrat die „Regierungskoalition“; sämtliche Direktoren gehörten der CDU/CSU an. Die französische Besatzungszone wurde nicht formell angeschlossen, doch kam es schrittweise zu einer engeren Zusammenarbeit, so dass man seit Herbst 1948 häufig die Bezeichnung Trizone gebrauchte. Das Vereinigte Wirtschaftsgebiet war die Vorform der Bundesrepublik Deutschland, die sich 1949 konstituierte.
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