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Mit Erfahrung glänzen

Michael Fischer

Älter werden im Arbeitsleben - das scheint im Zeichen des Jugendkults ein nicht gerade trendiges Thema. Im Gegenteil: Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg beschäftigt mittlerweile bereits jedes zweite Unternehmen keine Mitarbeiter mehr über 50 Jahren. Nur jeder vierte Firmenchef kann sich vorstellen, ältere Fachkräfte verstärkt einzustellen - allerdings nur, wenn die Stelle nicht mit Jüngeren besetzt werden kann.

Die Gründe, die von Personalchefs in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden sind: ältere Mitarbeiter seien zu unflexibel, nicht mehr belastbar und vor allem zu teuer. Was für den Einzelfall gilt, greift im Allgemeinen doch viel zu kurz. Denn ältere Mitarbeiter können z. B. mangelnde Schnelligkeit mit ihrem Erfahrungsschatz kompensieren. Und wenn es um Arbeitsmoral- und dizplin geht, lassen sie oft Jüngere hinter sich.

Die Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat überdies ergeben, dass Beschäftigte über 50 als genauso leistungsfähig beurteilt wurden wie ihre jüngeren Kollegen. Außerdem werden in einigen Jahren ältere Arbeitnehmer verstärkt gebraucht. Aufgrund der demografischen Entwicklung sagen Arbeitswissenschaftler bereits ab 2010 einen Fachkräftemangel voraus. Diejenigen älteren Mitarbeiter, die heute entlassen werden, fehlen dann.

Gehört den “Alten also doch die Zukunft? So viel scheint sicher: Mancher Personalchef wird sich zukünftig genau überlegen müssen, ob er seine älteren Mitarbeiter nicht unter einem neuen Blickwinkel sieht. Und für das Älterwerden am Arbeitsplatz gilt: Wer sein Wissen auf dem Laufenden hält, wer sich beruflich und persönlich weiterbildet, der erhöht eindeutig seine Zukunftschancen - in der Firma und auf dem Arbeitsmarkt.

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