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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Empire

Em|pire
n.
, (s)
, nur Sg.
1.
[ãpi:r]
a)
das Kaiserreich Napoleons I. und III.
b)
der Kunststil in Frankreich zur Zeit Napoleons I.
2.
[ɛ̣mpə]
das britische Weltreich
[
frz.
, engl., „Reich, Herrschaft, Gewalt“, beides < 
altfrz.
emperie, empirie
< 
lat.
imperium
„Macht, Staatsgewalt; Verwaltungsgebiet, Reich, Staat (bes. der römische)“, zu
imperare
„befehlen, gebieten, herrschen“]
Empire:
Das Wort kommt vom lateinischen
imperium
„Befehl“, „Herrschaft“, „Staatsgewalt“. Das
Imperium Romanum
war der Begriff für das römische Weltreich, das fast die gesamte damals bekannte Welt umfasste. Die Kaiser führten unter ihren Titeln auch die Bezeichnung
Imperator
, woraus sich
imperial
„kaiserlich“ ableitet.
Im Französischen bezeichnet
Empire
das von Napoleon I. 1802 errichtete und 1815 untergegangene Kaiserreich. Das Wort ging von dort aus in die Kunstgeschichte ein und steht dort für den an antikrömischen Vorbildern orientierten Architektur und Modestil dieser Zeit. Die Herrschaft seines Neffen Napoleon III. als Kaiser von 1852 bis 1871 wird zur Unterscheidung von der Napoleons I. als „second
empire
“ (zweites Kaiserreich) bezeichnet.
Der englische Begriff
Empire
steht für das britische Weltreich seit Königin Victoria 1877 zur Kaiserin von Indien gekrönt wurde. Es umfasste auf seinem Höhepunkt mehr als ein Viertel der gesamten Erde. Der Niedergang dieses Kolonialreichs begann mit dem Ersten Weltkrieg 1914, es existierte noch bis zur Abwicklung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Aus dem „British
Empire
“ wurde dann das „Commonwealth of Nations“.
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