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Träume - Kino im Kopf

In jedem steckt ein Träumer: Und auch diejenigen, die sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern können, haben garantiert geträumt. Jede Nacht laufen die verrücktesten Filme in unseren Köpfen - fröhlich, mystisch oder aber bedrückend und ängstigend. Von der langweiligen Daily Soap bis zum Agenten-Thriller oder dem erotischen Liebesfilm: Das ganz private Heimkino ist wichtig für die Seele.

Schlaf-Wissenschaft

Jede Nacht schlummert man sich durch unterschiedliche Phasen: Es beginnt mit dem Einschlafstadium, dann kommt der leichte Schlaf und schließlich die Tiefschlafphase. In jeder dieser Phasen weist das Gehirn charakteristische elektrische Wellen auf. Und dann gibt es noch den so genannten REM-Schlaf. REM steht für "Rapid Eye Movement", also "schnelle Augenbewegung". Und wahrlich zucken die Augen während dessen unter den Lidern heftig ihn und her.

Der REM-Schlaf galt nach seiner Entdeckung 1953 lange Zeit als die eigentliche Traumphase. Denn die Schlummergeschichten während dieser Momente sind dramatisch und emotional. In rund 80 Prozent aller Fälle berichten vom REM-Schlaf Erweckte, dass sie gerade geträumt hätten. Doch heute weiß man: Auch in den anderen Phasen wird geträumt. Allerdings eher rational, geradezu realistisch: In 60 Prozent aller Weckungen aus Non-REM-Schlaf werden Tageserinnerungen, Gedanken und Traumbruchstücke erinnert.

Doch was ist eigentlich ein Traum? Tagsüber kommen Reize von außen und werden über Nervenbahnen zu den entsprechenden Wahrnehmungsbereichen des Gehirns weitergeleitet. Doch während des Schlafs wird das Großhirn von innen heraus aktiviert: Man läuft, sieht, riecht, schmeckt und fühlt - ohne es wirklich zu tun. Das Stammhirn als ältestes unserer Gehirnteile, regelt rhythmische Funktionen des Nervensystems wie Atmung, Herzschlag, Körpertemperatur, Schlaf und Wachsein. Ein Zellgeflecht im Hirnstamm fängt vor Beginn einer REM-Phase kräftig zu "feuern" an: Das löst die heftigen Augenbewegungen, die elektrischen Aktivitäten im Großhirn und Muskelzuckungen aus. Selbst Herz- und Atemfrequenz können während des Schlafes ganz normale Tageswerte erreichen. Charakteristisch für Träume ist die gemeinsame Reizung verschiedener Teilbereiche, die tagsüber nur selten zusammen aktiviert werden.

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Claudia Haese
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