Wahrig Herkunftswörterbuch
Dorf: böhmische Dörfer
Wenn jemand sagt, dass ihm etwas böhmische Dörfer sind, dann meint er, dass er etwas ganz und gar nicht versteht, nicht kennt oder nicht das Geringste davon weiß. Diese schon 1595 belegte Redewendung wird seit dem Dreißigjährigen Krieg allgemein verwendet, als die deutschen Landsknechte auf böhmischem Boden mit Ortsnamen konfrontiert wurden, die sie weder verstanden noch aussprechen konnten. Doch hat die Wendung neben dem sprachlichen Aspekt, der zum Beispiel in Grimmelshausens Simplicissimus im Vordergrund steht, noch eine andere Dimension. Im Dreißigjährigen Krieg wurden weite Landstriche Böhmens so verheert, dass nur noch vereinzelte Dörfer übrig blieben. So wurden böhmische Dörfer zu einer echten Seltenheit: zu etwas, das den Zeitgenossen unbekannt war, weil es schlicht nicht mehr vorhanden war.
Wissenschaft
Vom Naturstoff zur Arznei
Tiere und Pflanzen sind bis heute die wichtigste Quelle für Arzneien. Naturheilkunde und moderne Medizin stehen sich deshalb viel näher, als es ihr gegensätzliches Image vermuten lässt. von SUSANNE DONNER Dem gefriergetrockneten Leichnam sahen die Forschenden es nicht gleich an: Aber Ötzi war ein kranker Mann. Im Magen entdeckten...
Wissenschaft
Eine doppelte Überraschung
Biber und Fischotter waren lange aus weiten Teilen Europas verschwunden. Nun kehren beide zurück und verblüffen dabei die Fachwelt. von KURT DE SWAAF Ihre Spuren sind unübersehbar. Schon von der Alten Brücke aus erkennt man gefällte Weidenstämme, deren kahle Spitzen jetzt im Fluss liegen. Näher dran, am Ufer, gibt es weitere...