Wahrig Herkunftswörterbuch
Dorf: böhmische Dörfer
Wenn jemand sagt, dass ihm etwas böhmische Dörfer sind, dann meint er, dass er etwas ganz und gar nicht versteht, nicht kennt oder nicht das Geringste davon weiß. Diese schon 1595 belegte Redewendung wird seit dem Dreißigjährigen Krieg allgemein verwendet, als die deutschen Landsknechte auf böhmischem Boden mit Ortsnamen konfrontiert wurden, die sie weder verstanden noch aussprechen konnten. Doch hat die Wendung neben dem sprachlichen Aspekt, der zum Beispiel in Grimmelshausens Simplicissimus im Vordergrund steht, noch eine andere Dimension. Im Dreißigjährigen Krieg wurden weite Landstriche Böhmens so verheert, dass nur noch vereinzelte Dörfer übrig blieben. So wurden böhmische Dörfer zu einer echten Seltenheit: zu etwas, das den Zeitgenossen unbekannt war, weil es schlicht nicht mehr vorhanden war.
Wissenschaft
Wie frühkindlicher Zuckerkonsum unser Erkrankungsrisiko beeinflusst
Hoher Zuckerkonsum ist ein Risikofaktor für zahlreiche chronische Erkrankungen. Doch wie wirkt es sich aus, wenn schon kleine Kinder Zuckerhaltiges zu sich nehmen? Aufschluss geben Daten aus einem einzigartigen natürlichen Experiment: Nach dem Zweiten Weltkrieg rationierte Großbritannien noch bis ins Jahr 1953 den Zucker für die...
Wissenschaft
KI-Modelle erkennen Meinungen nicht zuverlässig
KI-Sprachmodelle sind darauf trainiert, Falschaussagen nicht unwidersprochen stehen zu lassen. In manchen Fällen – etwa im medizinischen oder juristischen Bereich – kann es allerdings wichtig sein, die subjektive Meinung einer Person als solche anzuerkennen, selbst wenn sie faktisch falsch ist. Doch damit haben einige KI-...