Wahrig Herkunftswörterbuch

Posse

derbkomisches Bühnenstück
zu Possen „lustiger Streich, Schelmenstreich“, im 16. Jh. possen (Plural) „lächerliche Dinge, komische Gebärden, lustiges Treiben“, urspr. „lustige, wasserspeiende Brunnenfiguren“, possenwerk „Figuren, Beiwerk als Zierrat“, daneben posse, bosse „Entwurf des Bildhauers, Zeichnung einer menschlichen Figur“, aus
frz.
ouvrage à bosse „bildhauerische erhabene Arbeit“, zu
frz.
bosse „Buckel, Beule, Anschwellung“
[Info]
Posse: Possen reißen
Im heutigen Deutsch verwendet man das Wort Posse meist abwertend für eine „derbe Komödie“, einen „Schwank“, und ganz besonders beliebt ist das Wort Provinzposse, das in übertragenem Gebrauch so viel bedeutet wie „lächerliche Handlungen von Menschen, die in der Provinz Führungspositionen bekleiden“. Die Redewendung Possen reißen (und das spätere Possen treiben) „Unsinn machen, scherzen“ bezieht sich aber auf das
frühnhd.
Wort Posse oder Bosse, und dies bezeichnet im Grunde eine „Scherzfigur (als Schmuck öffentlicher Brunnen)“. Der nicht sofort erschließbare Zusammenhang zwischen einer solchen Figur und dem Wort reißen erklärt sich wie folgt: Reißen stammt von dem Reißbrett, an dem diese Figuren entworfen wurden. Seit dem 16. Jh. ist die Wendung gebräuchlich, und auch der heute noch derbe Späße machende Possenreißer ist ein Kind jener Zeit.
Megalithen
Wissenschaft

Für die Lebenden und die Toten

Kolossale Gräber und Kultstätten dienten der Ahnenverehrung und sind Manifeste der neolithischen Kultur. von KLAUS-DIETER LINSMEIER Auf einem Hochplateau im Süden Maltas befindet sich der jungsteinzeitliche Tempelkomplex Hagar Qim (stehender Felsen). Hier gibt es keine eckigen Grundrisse und geraden Mauern, wie man es von...

Die Farblithografie „Im Hafen einer Hansestadt“ ist Teil einer Serie kulturgeschichtlicher Bilder, entstanden um 1909.
Wissenschaft

Routen des Reichtums

Schon seit der Antike blüht der Handel übers Meer. In der Frühen Neuzeit wurde die ganze Welt für den Fernhandel erschlossen –im Menschenhandel mit afrikanischen Sklaven erreichte der Kampf um die größten Profite seinen traurigen Höhepunkt. Von ROLF HEßBRÜGGE Was man in Rom nicht sieht, gibt es nicht und hat es nie gegeben“,...

Weitere Lexikon Artikel

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon