Lexikon
Kọmik
[
die; griechisch
]das Komische, eine Form menschlicher Verhaltens- oder Äußerungsweise, die eine Erwartungshaltung durchbricht und Ungereimtheiten erzeugt oder aufdeckt. Die überraschende Konfrontation mit einem solchen Missverhältnis ruft als Reaktion ein unwillkürliches und erstauntes Lachen hervor. Inhalte und Grenzen der Komik werden von den gerade gültigen Vorstellungen einer Gesellschaft bestimmt; als Unterhaltung ist Komik systemerhaltend, weil sie zur seelischen Entlastung beiträgt. Da sie aber Abweichungen von den gesellschaftlichen Normen darstellt und menschliche Schwächen aufzeigt, kann sie auch als systemkritisch oder -feindlich begriffen werden (wie oft bei der Satire). Seit Aristoteles als Mittel der Rhetorik angesehen, findet die Komik besonders in der Literatur ihre Ausdrucksform. Unterschieden wird hier zwischen niederer Komik, die etwa in der Farce oder der Posse in effekthascherischen, zufälligen Situationen („Situationskomik“) Charaktere verlacht, und der höheren Komik, die besonders seit der Aufklärung in Komödie und Lustspiel den Menschen in seiner Unzulänglichkeit zeigt, aber Konflikte einsichtig löst.
Wissenschaft
Spiel(e) des Lebens
Wenn Paris in diesem Sommer im olympischen Goldrausch schwelgt, denkt vermutlich niemand mehr an jene Athleten der Vormoderne, die auf dem Spielfeld getötet und den Göttern geopfert wurden. von ROLF HESSBRÜGGE Das Feld, auf dem über Leben und Tod entschieden wurde, misst rund 135 mal 90 Meter. Unterteilt ist es ähnlich wie der...
Wissenschaft
Viel zu viele Teilchen
Der AMS-Detektor an Bord der Internationalen Raumstation analysiert seit über zehn Jahren die Kosmische Strahlung. Nun offenbarten seine Daten Unerwartetes. von DIRK EIDEMÜLLER Bei Teilchenphysik denkt man meistens an große Beschleuniger, etwa an den Large Hadron Collider (LHC) bei Genf. Diese riesigen Maschinen bringen...