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LEXIKON

Reed

Sir (1952) Carol, britischer Filmregisseur, * 30. 12. 1906 London,  25. 4. 1976 London; zunächst Schauspieler und Bühnenmanager für Edgar-Wallace-Stücke; Filmregie ab 1934, u. a. bei „Die Sterne blicken herab“ 1939; „Ausgestoßen“ 1947; „Der dritte Mann“ 1949; „Unser Mann in Havanna“ 1959; „Oliver“ 1968; „Der Indianer“ 1970.
Reed, Sir Carol
Sir Carol Reed
  • Deutscher Titel: Die Sterne blicken herab
  • Original-Titel: THE STARS LOOK DOWN
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1939
  • Regie: Carol Reed
  • Drehbuch: J. B. Williams, Alec Coppel, nach einem Roman von A. J. Cronin
  • Kamera: Max Greene, Henry Harris
  • Schauspieler: Michael Redgrave, Emlyn Williams, Margaret Lockwood
Das Leben britischer Bergarbeiter und ihrer Familien von 1900 bis in die 30er Jahre steht im Mittelpunkt der Filmgeschichte, die von sozialem Elend, Streiks, Aussperrungen und politischen Kämpfen erzählt. David Fenwick (Michael Redgrave) und Joe Gowland (Emlyn Williams) verlassen ihr Dorf und gehen in die Stadt. David will studieren, doch die leichtfertige Jenny (Margaret Lockwood) verdreht ihm den Kopf. Er kehrt nach Sleesdale zurück, wo er sich für die Bergleute einsetzt. Aufgrund persönlicher Rivalitäten und sozialer Konflikte Jenny hat David verlassen und wird die Geliebte des inzwischen zum Manager arrivierten Joe kommt es zu einer Katastrophe: Als Joe die Bergleute dazu zwingt, in einen gefährlichen Schacht einzufahren, tötet ein plötzlicher Wassereinbruch auch Davids Vater und Bruder. Daraufhin geht David zurück in die Stadt, um sein Studium zu beenden und so besser für die Anliegen der Bergarbeiter kämpfen zu können. Er schafft schließlich den Aufstieg ins britische Parlament.
Die sorgfältige Verfilmung des sozialkritischen Romans von A.J. Cronin zeigt glaubwürdige Menschen im Kampf um soziale Gerechtigkeit: Auf der einen Seite stehen die Arbeiter, die ihr ganzes Leben lang an das Bergwerk gefesselt sind, und auf der anderen Seite jene, die im Bewusstsein dieser Tradition um gesellschaftlichen Aufstieg kämpfen.
  • Deutscher Titel: Ausgestoßen
  • Original-Titel: ODD MAN OUT
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1947
  • Regie: Carol Reed
  • Drehbuch: F. L. Green, R. C. Sherriff
  • Kamera: Robert Krasker
  • Schauspieler: James Mason, Robert Newton, Kathleen Ryan
Kurz nach seiner Flucht aus dem Gefängnis wird Johnny während eines Banküberfalls angeschossen und schwer verletzt. Seine Komplizen und die in ihn verliebte Kathleen suchen ihn. Es entspinnt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, da auch die Polizei auf seinen Fersen ist. Johnny versteckt sich, so gut es die Umstände erlauben, wird aber wegen des Blutverlustes zusehends schwächer. Spät in der Nacht findet Kathleen ihren Geliebten und will ihn auf ein Schiff bringen. Als sie von der Polizei umstellt werden, schießt sie mit Berechnung auf die Verfolger, um mit Johnny zu sterben.
James Mason in der Rolle des Verfolgten wird ständig tatsächlichen und scheinbaren Bedrohungen ausgesetzt hinter jeder Ecke vermutet er den Tod. »Ausgestoßen« wird wegen Reeds Haltung zur heiklen Irland-Frage kein Erfolg in Großbritannien. In anderen Ländern findet der Film aufgrund des speziellen Themas ohnehin kaum Beachtung. Die inszenatorischen Fähigkeiten Reeds (»Der dritte Mann«, 1950) kommen in »Ausgestoßen« aber schon deutlich zur Geltung.
  • Deutscher Titel: Der dritte Mann
  • Original-Titel: THE THIRD MAN
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1949
  • Regie: Carol Reed
  • Drehbuch: Graham Greene
  • Kamera: Robert Krasker
  • Schauspieler: Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles, Trevor Howard
Mit dem Kriminalthriller »Der dritte Mann« gelingt Carol Reed einer der größten Erfolge der britischen Filmgeschichte. Reed dreht den Film an Originalschauplätzen im besetzten und geteilten Wien. Das berühmte Zither-Thema »Harry Lime« von Anton Karas verstärkt perfekt die düstere Bilderwelt, Orson Welles verkörpert das Böse schlechthin überzeugend. »Der dritte Mann« wird weltweit zum Kassenerfolg und avanciert zum Klassiker des Genres.
Die Handlung spielt im Wien der Nachkriegszeit, das durch die Besatzungsmächte in vier Zonen geteilt ist: Der US-amerikanische Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotten) stellt Nachforschungen über seinen angeblich verstorbenen Freund Harry Lime (Orson Welles) an, der nach Ansicht der Polizei in dunkle Geschäfte verwickelt war. Martins will ihn rehabilitieren, muss aber feststellen, dass Lime tatsächlich Penicillin verschob. Er täuschte seinen Tod vor, um sich der Polizei zu entziehen. Martins hilft bei der Suche nach Lime, der bei einer Jagd durch die Kanalisation getötet wird.
  • Deutscher Titel: Unser Mann in Havanna
  • Original-Titel: OUR MAN IN HAVANA
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1959
  • Regie: Carol Reed
  • Drehbuch: Graham Greene
  • Kamera: Oswald Morris
  • Schauspieler: Alec Guinness, Maureen O„Hara, Ernie Kovács, Burl Ives, Noël Coward
Alec Guinness spielt den Vertreter Wormold, der im vorrevolutionären Kuba als Repräsentant für eine Staubsaugerfirma arbeitet. Zu seiner eigenen Überraschung wird er vom britischen Geheimdienst als Agent angeheuert. Ohne jeden Zugang zu wirklichen Geheimnissen sieht er sich genötigt, welche zu erfinden, um seine Berichte zu füllen. Die Wirkung ist verheerend: Seine Auftraggeber werden durch die erfundenen Nachrichten über angebliche Wunderwaffen in die Irre geführt, was eine Welle blutiger Geheimdienstoperationen auslöst.
Carol Reeds Adaption eines Erfolgsromans von Graham Greene verknüpft die Komik der satirisch angelegten Geschichte mit wirkungsvollen Momenten des Schreckens. Offenbar wird durch den beunruhigenden Polit-Hintergrund der Handlung ein Publikumserfolg verhindert, wie ihn Reed mit seinen früheren Filmen (z. B. »Der dritte Mann«, 1950) hatte.
  • Deutscher Titel: Oliver
  • Original-Titel: OLIVER
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1968
  • Regie: Carol Reed
  • Drehbuch: Vernon Harris
  • Kamera: Oswald Morris
  • Schauspieler: Ron Moody, Oliver Reed, Harry Secombe, Shane Wallis, Mark Lester
  • Auszeichnungen: Oscars 1969 für Film, Regie, Ton, Choreographie, Bauten, Musikarrangement
Carol Reed präsentiert eine Musicalbearbeitung von Charles Dickens' Roman »Oliver Twist« (Mark Lester). Im Londoner Stadtdschungel des 19. Jahrhunderts fällt der Waisenjunge dem Taschendiebkönig Fagin (Ron Moody) in die Hände. Erst nach großen Leiden findet er die erlösende Zuflucht bei einem wohlmeinenden Verwandten.
Der effektvoll inszenierte Film wird mit sechs Oscars ausgezeichnet, darunter der Ehrung für den besten Film.
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