Wahrig Herkunftswörterbuch
pusten
wurde aus dem
[Info]mnddt.
pusten „blasen, hauchen“ übernommen und scheint auf die unter → Bausch erläuterte Lautgebärde zurückzugehen; Zus. Pustekuchenpusten: Pustekuchen
Vermutlich hat der Ausruf Pustekuchen! „daraus wird nichts!“ weder mit dem Verb pusten noch mit dem Kuchen etwas zu tun. Zwar erklären ihn manche damit, dass er zu jemandem etwas pusten „etwas ablehnen, jemandem etwas vorenthalten“ gebildet sei und eine Verkürzung von ich puste auf Kuchen darstelle. Viel wahrscheinlicher ist jedoch eine neuere Deutung, nach der es sich hier um ein aus dem
Rotwelschen
stammendes Wort handelt. Wer das Rotwelsche – ein Hybrid aus vielen verschiedenen Sprachen – beherrscht, nennt sich bisweilen Kochemer „Wissender“. Das Wort kochem ist verwandt mit dem jidd. bzw. hebr. chochem „klug, kundig“. Wie in anderen Fällen, in denen der Volksmund ein unverständliches Wort durch eine einheimische Parallele zu ersetzen suchte, wurde auch dieses Wort zum lautlich ähnlichen deutschen Kuchen umgeformt. Der erste Bestandteil von Pustekuchen ist ebenfallsjiddischer
Herkunft: Das Wort poschut bedeutet „wenig“, und auch dies verballhornte das Volk – zu Puste. Der Kommentar Pustekuchen! bedeutet daher ursprünglich, dass jemand das Gesagte als „wenig klug“ oder „wenig kundig“ abqualifiziert und so die Befähigung des Sprechers bezweifelt, sich sinnvoll auszudrücken.
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