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Evolutionstheorie in der aktuellen Forschung

Spätere Forschungen haben vieles präzisiert, was Darwin noch offen lassen musste. Die Abstammungslehre Darwins ist in ihren Grundzügen heute aber immer noch gültig.

Darwins Erbe

Seit Charles Darwin in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine bahnbrechende Theorie von der Entstehung der Arten durch natürliche Auslese entwickelt hat ("On the origin of species by means of natural selection" 1859, "dt. Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl", 1893), ist das Konzept der Evolution zum tragenden Fundament der Biologie geworden. Darwin hatte umfangreiches Tatsachenmaterial zusammengetragen und dadurch dem Evolutionsgedanken zum Sieg verholfen. Unsere Vorstellungen von den Rahmenbedingungen und Mechanismen der biologischen Evolution wie auch von ihrem Verlauf haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend geändert, allerdings erheblich verfeinert. Zu dieser Evolution der Evolutionstheorie selbst haben so unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen wie Chemie, Molekular- und Zellbiologie, Populationsgenetik, Morphologie, Paläontologie, Entwicklungsbiologie, Verhaltensforschung und Computerwissenschaften beigetragen. Die Grundzüge des historischen Darwinismus, also der von Darwin begründeten Evolutionstheorie, wurden jedoch vor allem durch die moderne Genetik bestätigt.

Ausblick und Verantwortung

Als im 19. Jahrhundert Naturforscher wie Charles Darwin oder Alexander von Humboldt die Tropenwälder besuchten, staunten sie über die ungeheure Artenvielfalt, die hier herrschte. Sie berichteten von unglaublicher Formenmannigfaltigkeit bei Schmetterlingen, Vögeln, Käfern und Affen. In der Tat ist der Artenreichtum verblüffend. Während es in ganz Europa nur etwa 50 verschiedene Baumarten gibt, existieren auf Regenwaldflächen von der Größe zweier Fußballfelder oft über 500. Als in den 1980er Jahren Wissenschaftler begannen, mit Hilfe von Kletterausrüstungen und Strickleitern die schwer zugängliche Kronenregion der Regenwälder zu erforschen, öffneten sich nochmals neue Dimensionen. In einer einzigen Baumkrone fanden sie über 600 verschiedene Käferarten. Etwa 150 davon waren ausschließlich auf diese Baumart spezialisiert. Auf einem Hektar Regenwald können vermutlich 20.000 verschiedene Insektenarten vertreten sein. Ungefähr 400 Vogelarten leben in Zentralamazonien auf einem Gebiet von 7 mal 7 km.
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