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Was verrät das Bild über den Künstler?

Mantegna nutzte die Darstellung eines religiösen Themas als Vehikel, um seine Bravour in den beiden Hauptbereichen der Malerei zu demonstrieren, in Anatomie und Perspektive. Jeder Künstler der Renaissance absolvierte anatomische Studien als Teil seiner Ausbildung, um den Menschen »in seiner Wesentlichkeit« kennen zu lernen. Im »Toten Christus« sind sie vor allem in der Wiedergabe des Brustkorbes und seiner Muskulatur deutlich erkennbar.

Die ungemein gewagte Perspektive, die Andrea Mantegna für seinen Christus wählte, finden wir auch in den Fresken der Camera degli Sposi (Gemach der Eheleute), die der Künstler 25 Jahre zuvor im Palazzo Ducale von Mantua angefertigt hatte.

Bereits 25 Jahre zuvor hatte Giovanni Bellini einen toten Christus gemalt, der von Engeln getragen wird. Das Bild weist einige formale Ähnlichkeiten mit Mantegnas Gemälde auf. Und doch markieren die beiden Werke zwei unterschiedliche Welten, zwei gänzlich verschiedene kulturelle Epochen. Auf beiden Bildern ist die Figur Christi bildfüllend präsentiert; die anatomisch korrekte Wiedergabe des menschlichen Körpers aber – wie wir sie zeitgleich auch bei Albrecht Dürer finden – und die geradezu waghalsige Perspektive machen das Werk Andrea Mantegnas zu einer Ikone der »neuen« Kultur der Renaissance.

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