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Uganda: Unruhiges Binnenland

Uganda
Amtlicher Name:
Republik Uganda
Fläche:
242 554 km²
Einwohner:
26,7 Mio.
Hauptstadt:
Kampala
Amtsprache(n):
Englisch, Kisuaheli
Währung:
Uganda-Schilling

Geschichte

Wie lange herrschte Idi Amin in Uganda?

General Idi Amin (1925–2003) stürzte 1971 Präsident Milton Obote und errichtete eine Terrorherrschaft, die bis 1979 währte. Nach Schätzungen fielen der Willkürherrschaft rd. 250 000 Menschen zum Opfer. Darüber hinaus wies Amin rd. 50 000 in Uganda lebende Asiaten aus und führte den wirtschaftlichen Niedergang des Landes herbei. Mit tansanischer Hilfe wurde der Diktator gestürzt. Tansanische Truppen besetzten Uganda.

Wie entstand Uganda?

Ende des 19. Jh. hatte Großbritannien sein Protektorat über die Königreiche Buganda, Bunyoro, Ankole, Toro errichtet und sie zur neuen Gebietseinheit Uganda verbunden. 1962 erhielt Uganda die Unabhängigkeit. Im Jahr darauf wurde das Land eine Republik mit föderativer Verfassung. 1966 wurde Milton Obote (1924–2005) Staatsoberhaupt, der einen sozialistischen Kurs verfocht.

Welche Rolle spielte das Militär?

Obote wurde 1980 erneut Staatspräsident, konnte jedoch die zerrütteten Verhältnisse im Land nicht ordnen. Vor allem gelang es ihm nicht, das Militär zu disziplinieren, das weiter raubte und mordete. Sein Regime wurde in der Folge von Untergrundorganisationen im Landesinnern und in der Hauptstadt Kampala bekämpft. Nach Stammesauseinandersetzungen innerhalb des Heeres wurde Obote 1985 durch das Militär gestürzt.

Wer ist Museveni?

1986 wurde Yoweri Museveni (* 1944) neuer Staatspräsident. Er gestattete 1993 die Wiedereinrichtung der 1967 aufgelösten Königreiche. Bei den Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung im März 1994 gewannen die Anhänger des Präsidenten eine Zweidrittelmehrheit. Die 1995 in Kraft getretene Verfassung untermauerte die starke Stellung des Präsidenten. Aktivitäten politischer Parteien blieben verboten.

Museveni, dessen reformorientierte Wirtschaftspolitik international Beifall fand, gewann die Präsidentschaftswahlen 1996. Bei den freien Parlamentswahlen im Juni 1996 errangen die Anhänger des Präsidenten eine überwältigende Mehrheit. Blutige Konflikte mit verschiedenen Rebellenbewegungen destabilisierten immer wieder die innenpolitische Lage.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2001 und 2006 erteilte die Bevölkerung Museveni das Mandat für eine weitere Amtszeit. 2005 sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für die Rückkehr zu einem Mehrparteiensystem aus.

Landesnatur

Wie groß ist Uganda?

Das Binnenland hat mit 242 554 km² etwa die Größe von Großbritannien. Es nimmt den Norden des Hochbeckens zwischen dem Ost- und dem Zentralafrikanischen Graben ein. Im Osten erhebt sich der Vulkan Mt. Elgon (4321 m), im Westen das Hochgebirge des Ruwenzori (5110 m). Aus dem Victoriasee im Süden durchfließt der Victoria-Nil das Land. Das tropische Höhenklima ist gemäßigt warm. Regenwälder gibt es nur noch in Restbeständen.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben in den Städten?

Nur 14 % der Bevölkerung leben in Städten. Am dichtesten besiedelt sind das Nordufer des Victoriasees, das Gebiet westlich des Mount Elgon und der äußerste Südwesten.

Was sind Buganda und Banjoro?

Es sind die wichtigsten Verkehrssprachen – neben den Staatssprachen Englisch und Kisuaheli. In Uganda gibt es keine allgemeine Schulpflicht. Im Jahr 2000 betrug die Analphabetenquote 32 %.

Wirtschaft

Was wird angebaut?

Für den Eigenbedarf werden Mehlbananen, Mais, Hirse, Bohnen, Bataten, Maniok, Erdnüsse, Weizen und Sesam angebaut. In den Export geht vor allem Kaffee, der 63 % der Gesamtausfuhr stellt. Daneben werden auch Baumwolle, Tee und Tabak ausgeführt, ferner etwas Zuckerrohr und Sisal. Sehr ertragreich ist die Binnenfischerei. Wichtigste Fanggebiete sind der Kyoga- und der Victoriasee.

Von den Bodenschätzen (Gold, Kupfer, Wolfram, Kobalt, Zinn, Chrom, Beryllium, Eisen, Phosphat) werden nur Gold, Kupfer- und Chromerze in geringen Mengen gefördert.

Was geschah in Entebbe?

Der Flughafen in Entebbe geriet 1976 in das Licht der Weltöffentlichkeit. Ein israelisches Kommando befreite Passagiere und Besatzung eines von deutsch-irakischen Terroristen entführten Flugzeugs. 31 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Entführer hatten das französische Verkehrsflugzeug mit 248 Passagieren an Bord, darunter 70 israelische Staatsbürger, in ihre Gewalt gebracht und nach Entebbe gezwungen. Sie bezeichneten sich als »Kommando der Volksfront zur Befreiung Palästinas« und verlangten die Freilassung von 53 »Freiheitskämpfern«.

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