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Das Gartenhaus - Ein Bauherren-Guide

Zu einem richtigen Garten gehört ein Gartenhaus - für gemütliche Stunden oder auch nur zur Lagerung der Gartengeräte. Egal, ob Eigenbau oder fertiger Bausatz, folgende Überlegungen gelten für beide Gartenhausvarianten.

Baugenehmigung

Gartenhäuser können selbst gebaut werden, einfacher ist aber das Kaufen eines Fertigbausatzes.

pixabay.com, petrafaltermaier / Public Domain

In den meisten Bundesländern wird für den Bau eines Gartenhauses eine Baugenehmigung benötigt, zumindest dann, wenn das Häuschen eine bestimmte Größe überschreitet. Wer diese Regelung missachtet, kann vom Ordnungsamt aufgefordert werden, das nicht genehmigte Gartenhaus wieder abzureißen.

Oft ist es aber so, dass kleine Hütten nicht genehmigt werden müssen, doch sollte sich jeder zuvor kundig machen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ansprechpartner ist das jeweilige Amt der Gemeinde, doch auch örtliche Gartenfachgeschäfte können weiter helfen. Die dort angebotenen Bausätze sind größtenteils so konstruiert, dass sie minimal unter den Maßen eines genehmigungspflichtigen Hauses liegen.

Auch der Bebauungsplan muss beachtet werden, denn dieser gibt Ausschluss darüber, wie dicht am Nachbarszaun gebaut werden darf und wie hoch das Haus sein darf. Um keine Nachbarn zu verärgern, kann es sinnvoll sein, diese zu fragen, ob sie etwas dagegen haben, wenn an ihrer Grundstücksgrenze ein Gartenhaus entsteht. Auch wer sich danach nicht richten wird, sammelt so Bonuspunkte im Nachbarschaftsfrieden.

Standort

Wer weiß, wo er sein Gartenhaus nicht aufstellen darf, kann nun mit der Suche des optimalen Standortes beginnen. Das ist unter anderem vom Zweck des Häuschens wichtig. Ist es nur Lagerraum, kann es auch in einer schattigen Ecke stehen. Ist eine Sonnenterrasse geplant, sollte sich jeder Bauherr fragen, zu welcher Zeit er am liebsten auf der Terrasse sitzt. Ist es mittags der Fall, wird die Hütte am besten so aufgestellt, dass zu dieser Zeit sowohl Sonne als auch Schatten auf die Terrasse fällt, denn im Sommer wird es sonst schnell zu warm. Zum Frühstücken braucht es Sonne von Osten. Am späten Nachmittag ist freie Sicht nach Westen nötig. Weitere Informationen zu den Himmelsrichtungen gibt es auf dieser Webseite.

Wer in der Sonne sitzen will, tut sich keinen Gefallen damit, das Gartenhaus in den Schatten zu stellen.

pixabay.com, Antranias / Public Domain

Ist ein Wasseranschluss gewünscht? Strom ist immer sinnvoll, denn ohne Licht sitzt der Gartenfreund abends im Dunkeln. Eine Stromleitung lässt sich aber recht unkompliziert von einem Elektrounternehmen zum Gartenhaus legen. Ein Wasseranschluss ist etwas arbeitsintensiver. Auch wer dort regelmäßig Gäste bewirten möchte, sollte den Standort günstig wählen. Der Gastgeber rennt im schlechtesten Fall ständig zum Haupthaus und zurück, um fehlende Sachen zu holen.

Wichtig ist aber, dass der Grund waagerecht ist, denn Häuser dürfen nicht in Schräglage gebaut werden. Bei einem Hanggrundstück bedeutet dies, dass zunächst Erdreich auf- oder umgeschüttet werden muss.

Feuchter Grund ist zu vermeiden, da es zu Absackungen kommen kann. Steht das Gartenhaus an einer feuchten und überwiegend schattigen Stelle, möglicherweise unter Bäumen, wird es bei feuchter Witterung nie ganz durchtrocknen, was besondere Pflege mit sich zieht. Anderenfalls kommt es zu starkem Moos- und Grünbelag und auch das Holz wird in Mitleidenschaft gezogen.

Fundament

Selbst der kleinste Schuppen profitiert von einem anständigen Fundament, denn direkt auf der Erde dringt schon bald Feuchtigkeit in das Holz ein. Auf folgender Seite wird grundsätzliches zu Betonfundamenten erklärt. Bereits nach wenigen Jahren ist dieses verfault und nicht mehr ausreichend standfest. Das kann nur mit einem Fundament verhindert werden, das das Gartenhaus von unten schützt.

Bei den Fundamenten wird grob zwischen drei Möglichkeiten unterschieden:

1.    Pflasterung

Eigentlich kein richtiges Fundament, aber eine einfach und kostengünstige Untergrundbefestigung ist das Verlegen von Pflastersteinen oder Gehwegplatten. Hierzu wird etwas vom Boden abgetragen und eine Lage Kies aufgeschüttet, auf dem später die Platten verlegt werden. Noch stabiler wird der Untergrund, wenn die obere Kiesschicht mit Zement vermischt wird.

2.    Streifenfundament

Beim Streifenfundament werden in Abständen schmale Gräben ausgehoben, die mit einem Holz verschalt und anschließend mit Hilfe einer Wasserwaage ausgerichtet werden. Dorthinein wird Beton geschüttet. Nach Bedarf kann in etwa halber Höhe eine Stahlträgermatte eingelassen werden. Im trockenen Zustand wird die Verschalung wieder entfernt.

3.    Fundamentplatte

Eine Fundamentplatte ist aufwendig, aber auch hochwertigste Fundamentlegung. Hierfür wird die Grundfläche des späteren Gartenhauses 10cm Verschalungszugabe abgesteckt und etwa 30cm tief ausgehoben. Die Hälfte der ausgehobenen Fläche wird mit Kies gefüllt und eingestampft. Anschließend folgt die Verschalung. Auf die Kiesschicht kommen zunächst eine Baufolie und darauf die Betonstahlmatte. Zum Schluss wird der flüssige Beton eingegossen und mit einer Richtlatte exakt glattgezogen. Der Beton muss zunächst feucht gehalten werden. Dazu ist es ausreichend, ihn für einige Tage mit Folie abzudecken. Im Sommer sollte er alle paar Tage mit Wasser abspritzt werden.


Holz / Holzschutz

Teak, Robinie, Eiche und ähnliche haltbare Hölzer sind sehr teuer und werden kaum für den Bau von Gartenhäusern genutzt. Durchgesetzt haben sich Fichte und Lärche, weil sie dank ihres häufigen Vorkommens sehr günstig sind. Diese sind zwar recht witterungsbeständig, benötigen aber regelmäßige Schutzanstriche. Einige Fertigbausatz-Anbieter wie Gartenhaus GmbH bieten ab Werk eine Imprägnierung an, die nur noch lasiert oder lackiert werden müssen. Nicht imprägnierte Gartenhäuser sollten bereits vor dem Aufbau als Einzelteile grundiert und können anschließend mit einer Lasur oder Lackierung versehen werden. Lasuren haben den Vorteil, die Holzmaserung sichtbar zu machen, schützen aber weniger gut als Lacke und müssen deshalb mehrmals aufgetragen werden. Lacke gibt es in vielen verschiedenen Farben und können auch in Baumärkten nach Wunsch angemischt werden.

Ein Gartenhaus aus Holz sollte bei Bedarf behandelt werden. Optimal ist ein- bis zweimal jährlich. Hierzu werden Verschmutzungen und Moosablagerungen vollständig entfernt. Löst sich bereits Farbe oder ist das Holz sehr porös, wird mit einem Schwingschleifer oder Ähnlichen vorgeschliffen. Anschließend wird das Holz behandelt.

Ein Vorhängeschloss hält zumindest Gelegenheitsdiebe fern.

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Änderung der Hausratversicherung

Ist es kein einfacher, sondern ein nobler Schuppen, in dem auch schöne Möbel und anderes Platz finden, sollte die Versicherung informiert werden. Die Hausratversicherung wird bei Bedarf entsprechend ergänzt und bei einem Einbruch in das Gartenhaus sind alle entwendeten Gegenstände versichert.

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