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Die Konferenz von Rio de Janeiro 1992

Nachhaltige Entwicklung fördern

Sie ist zum medienwirksamen Symbol der gemeinsamen Verantwortung aller Staaten für “Eine Welt" geworden. Auf dieser Konferenz haben über 170 Staaten auf den dringenden Handlungsbedarf zur Erhaltung der Lebensgrundlagen auf der Erde hingewiesen und die konzeptionellen Voraussetzungen für eine qualitativ neue Zusammenarbeit in der Umwelt- und Entwicklungspolitik geschaffen. Auf der Einsicht basierend, dass sich die menschliche Zivilisation langfristig selbst zerstört wenn sie ihre wesentlichen Zivilisationsparameter nicht verändert, wurde auf der Konferenz von Rio die Idee einer nachhaltigen Entwicklung, dem so genannten “sustainable development", als zentrales Leitbild der weltweiten Umwelt- und Entwicklungspolitik vorgestellt.

DR. ALEXANDER STAHR. AUSVERKAUF DER ERDE?

Im Rahmen der Konferenz von Rio wurden fünf Dokumente für die wichtigsten Aktionsfelder verabschiedet. Darin finden sich die Grundprinzipien und Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung formuliert. Diese Dokumente sind die Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung, die Wald-Deklaration, die Klimakonvention, die Konvention über die biologische Vielfalt und vor allem die Agenda 21 als zentrales Ergebnis der Konferenz.

Auch Deutschland hat alle Deklarationen und Konventionen von Rio unterzeichnet und sich damit bereit erklärt, seine umweltpolitischen Aktivitäten nach dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Die Industrieländer sagten unverbindlich zu, ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2000 auf den Stand von 1990 zu senken. Die USA unterzeichneten zwar die Absichtserklärung, erklärten jedoch, dass auch weiterhin nach der von Präsident George Bush vor dem Gipfel in Rio ausgegebenen Devise, der “american way of life" stehe nicht zur Disposition, gehandelt wird.

BMZ. INDIO AN SEINEM STAND AUF DEM GIPFEL IN RIO DE JANEIRO 1992.

Der Erdgipfel am Zuckerhut war das größte diplomatische Ereignis des 20. Jahrhunderts. 130 Staatsoberhäupter, Heerscharen von Regierungsdelegierten, Unterhändlern und Umweltexperten sowie 8.500 Journalisten aus aller Welt drängten sich im Kongresszentrum außerhalb der Stadt. Etwa 35.000 Soldaten, Polizisten und Feuerwehrmänner besetzten Straßen, Brücken und die zahlreichen Elendsviertel von Rio. Straßenkinder und Bettler verschwanden wie von Zauberhand von den öffentlichen Plätzen. Die Stadt zeigte sich zwei Wochen lang von ihrer scheinbar sauberen und sicheren Seite.

Alexander Stahr/Lesestein.de

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