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Die Raumfahrer - vom Testpiloten zum Weltraumtourist

“Ich will Astronaut werden.“ - Zu Beginn des dritten Jahrtausends ist dieser Berufswunsch keine Utopie mehr. Tatsächlich gibt es allein in den USA mehrere hundert ausgebildete Astronauten und damit ist diese Berufsgruppe vermutlich weniger exklusiv als zum Beispiel die der Berufssteilwandfahrer auf Jahrmärkten.

Belastungen im All

Die Astronauten des Mercury-Programms
Corbis-Bettmann, New York

Doch der Anfang war hart. Jules Verne wollte seine Mondreisenden noch mit einer Kanone zum Ziel befördern: Die Beschleunigung hätte sie sofort getötet. Aber auch in den fünfziger Jahren, als der bemannte Wettlauf zum All begann, erwartete die Kandidaten kein Zuckerschlecken. Im Jahre 1959 suchte die NASA ihre ersten Astronauten unter 500 Kampf- und Testpiloten aus. Um in die enge Mercury-Kapsel zu passen, durften die Kandidaten nicht größer als 180 cm sein. Die ersten ausgewählten sieben Piloten wurde zu Lieblingen der Nation. Der Film The Right Stuff setzte ihnen 1983 ein Denkmal.

Ist der Mensch nun zum Flug in den Weltraum geeignet? Unter den vielen Belastungen ist die der Schwerelosigkeit die spektakulärste. Es stellte sich aber heraus, dass die Probleme kleiner waren als ursprünglich erwartet - jedenfalls für kurze Flüge bis zu einigen Wochen. Unangenehm bleiben die ersten Tage. Sorgsam wurden in den Anfangsjahren die wegen der “Raumkrankheit“ vollgespuckten Anzüge und Raumkapseln verschwiegen.

Und heute? - Wie schafft man es, in den Weltraum zu gelangen?

Bis vor kurzem gab es nur eine Möglichkeit: Raumflug als Dienstreise. Das ist in den USA erheblich leichter als in Europa: Teilen sich in den USA ca. 1 Millionen Einwohner einen ausgebildeten Astronauten, so muss man in Europa einen Astronauten unter ca. 15 Millionen Einwohnern suchen. In den USA gibt es den so genannten “Laufbahn-Astronauten“. Er gehört zum NASA-Astronautenpool und arbeitet als Commander, Pilot, Flugingenieur oder Mission-Specialist. Alle zwei Jahre schreibt die NASA zwanzig neue Astronautenpositionen aus. Im Schnitt bewerben sich dann ca. 4000 Interessenten.

In Europa scheint das Interesse am Astronautenberuf größer zu sein. Auf eine entsprechende Anzeige der ESA meldeten sich immerhin 22.000 Bewerber.

Inzwischen gibt es eine zweite Möglichkeit: Raumflug als Urlaubsreise. Im Mai 2001 verwirklichte der sechzigjährige Dennis Tito seinen Lebenstraum: Er zahlte 20 Millionen US-Dollar, flog für eine Woche als zahlender Gast in der Internationalen Raumstation und ging in die Geschichte als der erste Weltraumtourist ein. So ganz willkommen war Tito aber offensichtlich nicht. In den amerikanischen Teil der ISS durfte der US-Bürger Tito nur in Begleitung einer Eskorte ...

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