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Die richtige Ausrüstung fürs sichere Ski- und Snowboardfahren

In den Bergen liegt Schnee und vielerorts gibt es Winterferien. Für viele heißt das: Nichts wie ab auf die Piste mit Skiern oder Snowboard. Aber welche Ausrüstung braucht man, um sicher und geschützt zu sein? Woran erkenne ich eine gute Skibrille und einen passenden Skihelm? Und wann brauche ich eine Lawinen-Schutzausrüstung? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Ausrüstung beim Ski- und Snowboardfahren.
TÜV Süd / NPO, 03.02.2023
Skifahrer und Snowboarder beim Sprung

© Sportstock, GettyImages

Die Ski- und Snowboardsaison ist in vollem Gange. Viele zieht es jetzt auf die Pisten der Alpen und der Mittelgebirge. Doch was brauche ich fürs Abfahrtvergnügen?  Natürlich gehören das richtige Snowboard oder die richtigen Skier dazu und auch die Skischuhe dürfen nicht fehlen. Ein warmer Anorak, Skiunterwäsche und Handschuhe können ebenfalls nicht schaden. Aber was noch? Wie notwendig sind Skihelm, Ski-Sonnenbrille und andere Schutzausrüstung?

Skihelm: Auf die Passform kommt es an

Ein gutsitzender Skihelm kann schweren Kopfverletzungen vorbeugen und ist daher unerlässlich für sicheren Wintersport. Aber damit der Skihelm bei einem Sturz auch optimal schützt, muss er richtig passen. Aber woran erkenne ich das? "Die richtige Helmgröße kann man ermitteln, indem man ein Maßband an der breitesten Stelle waagerecht um den Kopf legt und einen Zentimeter über den Augenbrauen zusammenführt. Die gemessenen Zentimeter entsprechen der Helmgröße", erklärt Frank Wittmann, Experte für Schutzausrüstungen bei TÜV SÜD. Der Helm sollte beim Anprobieren nicht drücken und bei geöffnetem Kinngurt auch beim Nicken, Kopfschütteln oder bei nach unten gehaltenem Kopf nicht rutschen.

Neben der Größe und Passform spielen beim Skihelm aber auch Einstellmöglichkeiten und Klimaregulierung eine Rolle: Der Helm sollte trotz aller Stabilität noch Luft durchlassen, damit man einem auf der Piste nicht irgendwann der Schweiß in die Augen läuft. Wer viel schwitzt, sollte sich zudem für ein Modell entscheiden, bei dem Innenfutter und Ohrenpads herausnehmbar und waschbar sind.

Wichtig auch: Selbst, wenn man schon einen Skihelm hat – er hält nicht ewig. "Da der Skihelm aus Kunststoff besteht und durch Feuchtigkeit, Schweiß und UV-Strahlung altert, sollte er spätestens nach drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden. Ebenso nach einem Sturz oder einem kräftigen Schlag, da sonst der optimale Kopfschutz nicht mehr gewährleistet ist", erklärt der Experte.

Auswahl von Skilhelm
Nicht nur aus modischen Erwägungen wird bei Helmen alle paar Jahre ein Neukauf fällig.

© JackF, GettyImages

Was muss die Skibrille können?

Strahlender Sonnenschein, blendend weiße Pisten und Fahrtwind lassen die Herzen von Ski- und Snowboardfahrern höher schlagen - bedeuten aber Stress für die Augen. Daher gehört auch eine gute Skibrille zur Grundausrüstung. Sie verhindert, dass wir geblendet werden, schützt vor Schnee, Eisregen und UV-Strahlung, hält Zugluft ab und kann bei einem Sturz auch Augenverletzungen vorbeugen.

Doch was muss ich beim Kauf beachten? Das wichtigste Kriterium ist auch bei der Skibrille die richtige Passform. Sie sollte bequem, aber rutschfrei sitzen, nicht drücken und das Gesicht sollte vom Rahmen fest umschlossen werden. Ein elastisches, verstellbares Kopfband sorgt für den sicheren Sitz. Außerdem muss die Brille auch dann noch gut sitzen, wenn man seinen Skihelm trägt. "Man sollte daher den Helm zum Skibrillenkauf mitnehmen und sich genügend Zeit zum Anprobieren nehmen. Nur so lässt sich testen, ob beides zusammenpasst", erklärt der TÜV-Experte Thomas Michael Maier.

Damit die Augen optimal vor UV-Strahlung geschützt sind, sollte die Skibrille Licht bis zu einer Wellenlänge von mindestens 380 Nanometern filtern, noch besser sind 400 Nanometer. Dunkelbraune oder -graue Gläser schützen die Augen bei gleißendem Licht am besten. In der Dämmerung, bei Schneefall oder Nebel verbessern dagegen gelbe oder orange Tönungen die Wahrnehmung. Viele Brillenhersteller bieten deshalb auswechselbare Gläser an, damit man sich an die jeweiligen Sichtbedingungen auf der Piste anpassen kann.

Und was ist mit Brillenträgern? Wer im Alltag eine Brille braucht, kann auf der Skipiste einen Helm mit Visier nutzen, Es gibt zudem Skibrillen, die Wintersportler einfach über ihre normale Brille ziehen können. Wer häufiger Ski oder Snowboard fährt, für den kann sich die Anschaffung einer Skibrille mit Gläsern in seiner Sehstärke lohnen, es gibt dabei auch Modelle, bei denen die eigentliche Brillenverglasung als Scheibe in die Skibrille eingearbeitet ist.

Junge Frau bei der Anprobe einer Skibrille
Man sollte den Helm zum Skibrillenkauf mitnehmen und sich genügend Zeit zum Anprobieren nehmen.

© Enes Evren, GettyImages

Wann braucht man einen Lawinen-Piepser und Lawinenairbag?

Wer nur auf geräumten und gesicherten Pisten unterwegs ist, muss wahrscheinlich keine Lawine fürchten.  Anders ist dies aber, wenn man Skitouren unternimmt und auch abseits der gesicherten Pisten unterwegs ist. Gerade im Frühjahr kann dann die Schneedecke an den Berghängen instabil sein und die Gefahr einer Lawine wächst. Wird man von einer solchen Schneewalze erfasst, hat man meist nur wenig Chancen, zu entkommen oder an der Oberfläche zu bleiben. Umso wichtiger ist dann die richtige Ausrüstung.

Ein Must-Have für Freerider und Tourengeher ist ein Lawinenpiepser. Dieses sogenannte LVS-Gerät sendet ein Signal aus, das bei der Ortung von Verschütteten hilft. Es sollte daher möglichst körpernah getragen werden, beispielweise unter der Kleidung oder in einer dafür vorgesehen Tasche am Rucksackgurt. Auch eine Schaufel und ein Erste-Hilfe-Set sind sinnvoll.

Bewährt haben sich zudem tragbare Lawinenairbags. Sie bestehen aus einem meist knallroten oder orangefarbenen Rucksack, in den ein aufblasbarer Airbag integriert ist.  Über einen Griff kann man im Falle einer Lawine das Luftkissen auslösen, das sich dann aufbläst und Kopf-, Nacken- und Rückenbereich schützt. Die große Oberfläche des Luftkissens und das geringe Gewicht verhindern, dass wir zu tief im Schnee begraben werden und sorgen dafür, dass wir in eine möglichst flache Position kommen. "Grundsätzlich sollte ein Lawinenairbag-Rucksack auch Stauraum für Sonde, Schaufel und Erste-Hilfe-Set bieten. Ohne diese Grundausrüstung ist es fahrlässig, sich im ungesicherten alpinen Gelände zu bewegen", erklärt TÜV-Experte Volker Kron.  

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