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Doppelstegplatten vs. Wellplatten: Was ist besser für Überdachungen geeignet?

Bei der Planung einer Überdachung für Terrasse, Carport oder Wintergarten stellt sich schnell eine zentrale Frage: Doppelstegplatten oder Wellplatten? Beide Materialien zählen zu den Klassikern für den Außenbereich, doch ihre unterschiedlichen Eigenschaften machen eine sorgfältige Auswahl notwendig. Wer Wert auf eine dauerhaft funktionale, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung legt, sollte die zentralen Kriterien kennen. Der nachfolgende Vergleich zeigt die entscheidenden Unterschiede und Anwendungsvorteile beider Systeme. Er gibt Ihnen alle Fakten für die fundierte Wahl der richtigen Platte an die Hand.

 

©Vecteezy / Kiryl Balbatunou

Material- und Aufbauunterschiede von Doppelstegplatten und Wellplatten

Was genau trennt Doppelstegplatten und Wellplatten voneinander? Der Unterschied beginnt beim Material und endet bei den physikalischen Strukturen. Doppelstegplatten für Überdachungen bestehen in den meisten Fällen aus Polycarbonat oder Acrylglas und verfügen über mehrere parallel verlaufende Stege, die zwei Außenbahnen miteinander verbinden. Diese Bauweise erzeugt Hohlkammern dazwischen, wodurch die Platten deutlich an Gewicht verlieren, dabei aber an Stabilität und Dämmfähigkeit gewinnen. Je nach Plattentyp kann die Wandstärke variieren, häufig sind Platten zwischen 4 und 16 Millimeter gebräuchlich.

Wellplatten werden ebenfalls aus Polycarbonat, Acrylglas oder dem preisgünstigeren PVC gefertigt. Kennzeichnend ist ihre gewellte Oberfläche, die sich wie ein Zick-Zack über die gesamte Platte zieht. Anders als bei Doppelstegplatten handelt es sich bei Wellplatten meist um eine durchgehende, massive Kunststoffbahn ohne innere Stegstruktur. Die Wellen erhöhen die Eigenstabilität, halten das Gewicht aber gering. Diese Bauform eignet sich vor allem für großflächige Überdachungen und Projekte, bei denen zügige Verlegung gewünscht ist. Beide Optionen sind in unterschiedlichen Lichtdurchlässigkeiten sowie als transparente und milchige Varianten erhältlich, was die Gestaltungsfreiheit zusätzlich verstärkt.

Stabilität, Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit im Vergleich

Doch wie wirken sich die Unterschiede beim Aufbau auf die Lebensdauer und Belastbarkeit aus? Doppelstegplatten punkten mit einer exzellenten Formstabilität: Die Stegstruktur hält großen Schneelasten, Winddruck und sogar Hagel stand. Dank der flexiblen, doch robusten Kunststoffe verformen sie sich kaum und zeigen auch nach Jahren im direkten Sonnenlicht nur selten Vergilbungen. Die Hohlkammerbauweise dient zudem als natürlicher Stoßdämpfer, sodass Kratzer oder Brüche seltener auftreten. Moderne Doppelstegplatten sind oft beidseitig UV-geschützt und trotzen so auch extremeren Witterungsbedingungen ohne Funktionsverlust.

Wellplatten überzeugen mit einer erstaunlichen Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Frost und Hitze. Ihre gewellte Struktur sorgt dafür, dass wasserführende Lasten wie Regen effizient ablaufen. Dies ist ein Vorteil bei niedrigen Dachneigungen. Die mit UV-Schutz versehenen Ausführungen halten Sonnenstrahlung gut stand, preiswertere PVC-Varianten können jedoch nach einigen Jahren spröde werden oder Rissbildungen zeigen. In puncto Lebensdauer stehen hochwertige Polycarbonat-Wellplatten ebenfalls für ein Jahrzehnt oder mehr, vorausgesetzt die Montage erfolgt sachgerecht und die Platten werden regelmäßig gesäubert.

Energieeffizienz und Dämmwirkung bei Überdachungen

Wie gut schützen die verschiedenen Platten gegen Temperaturverluste oder Aufheizung im Sommer? Hier zeigt sich ein deutlicher Vorsprung der Doppelstegplatten. Die Hohlkammern bilden ein Luftpolster, das ähnlich einer Isolierverglasung wirkt. Dies gilt sowohl für die Wärmedämmung im Winter als auch für den Hitzeschutz im Sommer. Insbesondere bei Wohnraumerweiterungen, Wintergärten oder Arbeitsbereichen im Freien schlägt sich diese Eigenschaft positiv im Raumklima nieder. Die Wärmeleitfähigkeit ist bei hochwertigen Doppelstegplatten deutlich niedriger als bei massiven Kunststoffen oder sogar Glas.

Wellplatten liefern vor allem einen reinen Witterungsschutz, bieten aber wenig dämmende Wirkung, weil sie in der Regel einschichtig und damit weniger isolierend sind. Sie eignen sich für Überdachungen, bei denen keine klimatische Separierung erforderlich ist, etwa Carports, Lagerplätze oder offene Terrassen. Die Sonneneinstrahlung dringt nahezu ungehindert durch, was für Pflanzenüberdachungen oder lichtdurchflutete Nutzbereiche optimal sein kann. Wer hingegen Wert auf einen konstant temperierten Raum legt, findet in der mehrschichtigen Doppelstegplatte das geeignetere Material.

Kosten und langfristige Wirtschaftlichkeit der Platten

Preisgünstig oder langfristig rechnen? Wellplatten schneiden in der Anschaffung meist günstiger ab, insbesondere wenn es sich um einfache Ausführungen aus PVC handelt. Sie sind ideal für Projekte mit begrenztem Budget oder zeitweiligen Bedarf. Für größere Flächen fallen die Materialkosten niedrig aus und Reparatur oder Austausch ist unkompliziert möglich.

Doppelstegplatten bewegen sich preislich im mittleren bis höheren Segment. Der etwas höhere Preis relativiert sich jedoch häufig durch die bessere Haltbarkeit und geringeren Energieverbrauch, etwa bei Wintergärten oder geschlossenen Terrassen. Insbesondere hochwertige Platten mit UV-Schutz und großer Steganzahl bleiben über viele Jahre einsatzfähig, ohne an Funktionalität einzubüßen. Wer also eine langlebige, energetisch vorteilhafte Lösung sucht, profitiert auf Sicht von einer besseren Wirtschaftlichkeit, da weniger Folgekosten durch Schäden, Ersatz oder Energieverluste entstehen. Hinzu kommt, dass viele Hersteller heute extended warranties auf Doppelstegplatten gewähren.

Montageverfahren und praktische Anwendungstipps

Wie erfolgt die Befestigung der Platten, und worauf sollte unbedingt geachtet werden? Doppelstegplatten werden in der Regel mit speziellen Alu- oder Kunststoff-Profilen auf Unterkonstruktionen montiert. Diese Profile nehmen Längenausdehnungen durch Temperaturschwankungen auf und sorgen für dichte Fugen. Die Platten selbst werden schwimmend verlegt. Das bedeutet, zwischen Platte und Profil bleibt ein kleiner Abstand, damit sich das Material ausdehnen kann. Bohrungen sollten stets mit größerem Durchmesser als die verwendeten Schrauben angelegt werden, damit keine Spannung auftritt.

Bei Wellplatten wird die Verschraubung meist direkt auf dem Wellenberg vorgenommen, idealerweise mit Abstandshaltern und passenden Dichtscheiben. Die Überlappungen der Platten müssen exakt sitzen, damit kein Wasser eindringt. Ein Vorteil dabei: Wellplatten lassen sich auch problemlos auf gebogenen Unterkonstruktionen anbringen, was bei individuelleren Dachformen hilfreich ist. Wichtig zu beachten ist, dass wellenförmige Überdachungen einen Mindestneigungswinkel benötigen, um den Wasserablauf zu gewährleisten und Staunässe zu vermeiden. In beiden Fällen empfiehlt es sich, die Herstellerhinweise streng zu berücksichtigen, um spätere Schäden oder Undichtigkeiten zu vermeiden.

Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der Überdachungen

Welche Rolle spielt die ökologische Bilanz bei Doppelstegplatten vs. Wellplatten für Überdachungen? Kunststoffplatten sind längst nicht mehr die problematischen Einwegprodukte früherer Jahrzehnte. Moderne Doppelsteg- und Wellplatten aus Polycarbonat oder Acryl sind heute oftmals komplett recycelbar. Die Produktion verbraucht zwar zunächst Energie, die extrem lange Produktlebensdauer relativiert jedoch die Umweltbelastung deutlich.

Wer die Nachhaltigkeit in den Fokus rückt, sollte auf Gütesiegel wie das „Blauer Engel“ oder andere Umweltkennzeichnungen achten. Viele Hersteller nutzen bereits Recyclingmaterialien für die Produktion. Außerdem kann durch die Nutzung von Platten mit hoher Dämmwirkung, wie bei Doppelstegplatten, der Energieverbrauch für das Heizen von Wintergärten reduziert werden. Bei nicht mehr benötigten Überdachungen lassen sich die Platten häufig wiederverwenden, zum Beispiel als Sichtschutz, oder sachgerecht recyceln. Wellplatten, die aus PVC gefertigt sind, bieten zwar niedrige Anschaffungskosten, schneiden in der Umweltbilanz jedoch etwas schlechter ab als Varianten aus Polycarbonat oder Acryl.

Fazit: Die passende Platte für jede Anforderung

Wer Doppelstegplatten vs. Wellplatten für Überdachungen vergleicht, erkennt: Die Wahl des Materials richtet sich stark nach Einsatzzweck, langfristigen Plänen und persönlichen Schwerpunkten. Doppelstegplatten sind erste Wahl für Projekte, bei denen Dämmung, Energieeffizienz und dauerhafte Stabilität zählen. Das gilt etwa bei Wintergärten, Wohnhausanbauten oder wettergeschützten Freisitzen. Wellplatten bieten klare Vorteile, wenn es auf niedrige Kosten, schnelles Verlegen oder flexiblen Witterungsschutz ankommt. Für Carports, offene Terrassen oder Nutzflächen erweisen sie sich als solide, preisbewusste Lösung. Wer heute baut, denkt auch an Nachhaltigkeit und setzt auf moderne Kunststoffe mit Recyclingpotenzial und langer Lebensdauer. Mit dem richtigen Blick für den Anwendungsfall steht einer langlebigen, individuellen Überdachung nichts mehr im Weg.

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