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LEXIKON

Comic

[ˈkɔmik; englisch]
Comicstrip
Bildergeschichte aus einer erzählenden Folge von Einzelbildern („Panels“), die meist waagerecht in Streifen angeordnet sind; die Kurztexte werden in der Form von Sprech- aber auch Denk- und Flüsterblasen („Balloons“) beigefügt. Comics knüpfen an europäische Vorbilder an (besonders an Wilhelm Busch) und erschienen ab 1896 in der „New York World“ („The Yellow Kid“ von Richard F. Outcault) und ab 1897 im „New York Herald“ („The Katzenjammer Kids“ von Rudolph Dirks). Sie waren zunächst im Cartoonstil gehalten und als komische und spanndende Geschichten („Funnies“) für die ganze Familie gedacht. Durch ihre Publikation in Tageszeitungen fanden sie rasche Verbreitung, erst später wurden sie auch in einzelnen Heften oder Büchern veröffentlicht. Lautmalereien, besondere Gestaltung von Farbe und Buchstaben und grafische Signale und Symbole steigerten im Laufe der Jahre die Anschaulichkeit und Lebendigkeit der Bildaussage. Fotografie und Film beeinflussten das Genre mit ihren Montagemöglichkeiten, verschiedene Perspektiven ließen die Bildgeschichten dynamischer erscheinen.
Um 1912 setzte die Kommerzialisierung der Comics durch die Gründung spezieller Verlage ein, die zu einer Erweiterung des Angebots führten. Besondere Bedeutung erlangten dabei menschenähnliche Tierfiguren wie „Mickey Mouse“ oder „Kater Felix“. Ab 1929 setzten sich immer mehr Formen durch: Krimis („Dick Tracy“, 1931 von C. Gould), Sciencefiction-Geschichten („Flash Gordon“, 1934 von A. Raymond), Abenteuer von Buchserien („Tarzan“, 1929 von H. Foster), in Bildergeschichten umgesetzte Klassiker der Weltliteratur sowie Comics, die sich auf Sagen und Mythen stützten („Prinz Eisenherz“, 1937 von H. Foster). In den 1940er Jahren erlebte die Comicproduktion und -rezeption mit den Abenteuern der Superhelden („Superman“, 1938 von J. Siegel und J. Shuster) einen ersten Höhepunkt. Nach dem 2. Weltkrieg feierten u. a. Comicserien wie „die Peanuts“ (1950 von Charles M. Schulz) internationale Erfolge.
In den 1960er Jahren entstanden sog. Underground Comics („Comix“), die sich ausschließlich an ein erwachsenes Publikum richteten und sich inhaltlich u. a. mit Sex, Drogen, Gewalt, Subkulturen etc. beschäftigten (Robert Crumb). In der Pop-Art griffen Künstler wie Roy Lichtenstein auf die Bildsprache der Comics zurück und sorgten für zusätzliche Popularität. In Europa entwickelten sich Comics besonders in Frankreich und Belgien. Für die dort bekannten Magazine „Spirou“ (1938), „Tintin“ (1946) oder „Pilote“ (1959) arbeiteten fast alle bekannten Comic-Autoren und -Zeichner („Asterix“ 1959 von René Goscinny und Albert Uderzo). Daneben entstand ab Mitte der 1940er Jahre in Japan mit den Mangas eine eigenständige Comic-Kultur, die ab den 1980er Jahren auch den Weg nach Europa fand. Wurden Comics zum Teil bis in die 1980er Jahre hinein noch als triviale Massenware abgelehnt, sind sie heute als künstlerische Ausdrucksform vollständig etabliert und setzen z. B. mit den Graphic Novels auch belletristische Inhalte um.
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