Lexikon
Sardịnien
italienisch Sardegnaitalienische Insel im Tyrrhenischen Meer, durch die Straße von Bonifacio vom französischen Korsika getrennt, nach Sizilien zweitgrößte Insel des Mittelmeers, als autonome Region Sardinien 24 090 km2, 1,7 Mio. Einwohner (Sarden); Hauptstadt Càgliari. Sardinien ist nicht stark gegliedert, die hafenarme Ostküste weist nach Italien, die Westküste ist die offenere.
Die gebirgige, waldarme Insel (im Gennargentu-Massiv 1834 m) ist vorwiegend von Macchie bedeckt. Der Nordosten wird von einem Granitbergland mit schroffen Felsküsten, der Nordwesten vom Kalktafelland der Nurra eingenommen. Durch den Südwesten zieht die 20 km breite Ebene Campidano, die das erzreiche Bergland Iglesiente abtrennt. Im Norden gibt es Korkeichenwälder. Der oft nur mit künstlicher Bewässerung mögliche Ackerbau liefert Weizen, Wein, Südfrüchte, Mandeln und Oliven; Schaf- und Ziegenhaltung; die Fischerei erbringt Sardinen, Langusten und Thunfisch. Sardinien ist reich an Zink und Blei, ferner an Mangan- und Antimonerzen. Die Wirtschaft basiert auf der Erdölverarbeitung und dem Tourismus.
Geschichte
Die prähistorische Kultur der Insel bezeugen die Nuragen (Megalithbauten) bei Barumini (Weltkulturerbe seit 1997). Sardinien wurde erstmals in ägyptischen Quellen im 13. Jahrhundert v. Chr. genannt, seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern besiedelt, 540 v. Chr. unter Herrschaft der Karthager, 238 v. Chr. römische Provinz, gehörte im 5./6. Jahrhundert n. Chr. zum Wandalenreich, später zum Byzantinischen Reich, 1165 kaiserliches Lehen Pisas, fiel 1297 an Aragón, 1713 an Österreich, kam 1720 durch Tausch gegen Sizilien an Savoyen, dessen Herzöge den Titel „König von Sardinien“ führten. 1848 schloss sich Sardinien der Erhebung Mailands gegen Österreich an; war führend im Kampf um die nationale Einigung Italiens, seit 1948 Region Italiens mit Sonderstatut.
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