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LEXIKON

Bündnis 90/Die Grünen

politische Partei in Deutschland; entstanden aus dem 1993 vollzogenen Zusammenschluss der Parteien „Die Grünen“ und „Bündnis 90“.
Das Bündnis 90, ein Zusammenschluss verschiedener in der DDR entstandener Bürgerbewegungen, hatte sich 1991 als politische Partei konstituiert.
Der politische Ursprung der Grünen liegt in den verschiedenen Ökologiebewegungen und Bürgerinitiativen, die seit Anfang der 1970er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland entstanden und stark vom Gedankengut der Außerparlamentarischen Opposition der 1960er Jahre geprägt waren. Unter verschiedenen Bezeichnungen (Grüne Liste Umweltschutz, Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz u. a.) und mit unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung kandidierten Grüne seit 1978 auch bei Landtagswahlen und zogen in verschiedene Landesparlamente ein. 1980 konstituierten sich die Grünen auf Bundesebene als Partei. 1983 gelang ihnen der Einzug in den Bundestag. Unterschiedliche Auffassungen über die Zulässigkeit von Kompromissen und politischen Bündnissen führten zur Herausbildung eines fundamentalistischen und eines realpolitischen Flügels. War die Programmatik der Partei zunächst stark auf den ökologischen Bereich gerichtet, so erarbeitete sie sich zunehmend auch auf anderen Politikfeldern eigenständige Positionen. Über die Programmatik hinaus begriffen sich die Grünen auch organisatorisch als Alternative zu anderen Parteien, etwa durch ihre basisdemokratische Orientierung.
Für die erste Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung 1990 kandidierte in den neuen Bundesländern die Listenverbindung Bündnis 90/Die Grünen. Sie erhielt acht Sitze. Die Grünen in den alten Bundesländern scheiterten an der 5-Prozent-Klausel. Am 3. 12. 1990 erfolgte die Vereinigung der Grünen (West) mit den Grünen (Ost). Auf einem Vereinigungsparteitag in Leipzig wurde am 16. 5. 1993 der Zusammenschluss von Bündnis 90 und den Grünen vollzogen.
1994 zog die Partei Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag ein. Nach den Bundestagswahlen 1998 bildete sie mit der SPD eine Regierungskoalition. Diese Koalition wurde bei den Bundestagswahlen 2002 mit knapper Mehrheit bestätigt.
Mit der Verabschiedung eines neuen Grundsatzprogrammes (Grün 2020 wir denken bis übermorgen) 2002 wurde der Abkehr von links-fundamentalistischen Positionen in der Außen-, Gesellschafts- und Friedenspolitik Rechnung getragen.
Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 gewann die Partei 51 Abgeordnetenmandate und 8,1% der Stimmen. Da die rot-grüne Koalition ihre Regierungsmehrheit verloren hatte, musste Bündnis 90/Die Grünen in die Opposition gehen. Bei den Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag 2009 gewann die Partei 10, 7% der Stimmen und 68 Abgeordnetenmandate.
Bundesvorsitzende der Partei, die rd. 59 000 Mitglieder (Ende 2011) hat, sind Claudia Roth und Cem Özdemir. Großen Einfluss auf die politische Richtung der Partei hatte lange Jahre Joschka Fischer.
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