Lexikon
cluniazẹnsische Reform
[
klu-
]eine von der Abtei Cluny Anfang des 10. Jahrhunderts ausgehende Bewegung (besonders unter den Äbten Odo, Majolus, Odilo, Hugo), die eine Reform des Mönchtums erstrebte; die Grundlage des Klosterlebens ist die Benediktinerregel, jeder Laieneinfluss soll ausgeschaltet und eine enge Bindung an das Papsttum hergestellt werden. Die Klöster, die die cluniazensische Reform annahmen, bildeten eine Kongregation, innerhalb derer der Abt von Cluny große Machtbefugnisse hatte. Die Richtlinien der cluniazensischen Reform sind in den „consuetudines“ („Gewohnheiten“) enthalten, die unter Zurückdrängung der Handarbeit eine feierliche Liturgie und das Psalmengebet fordern, ferner den Kreuz- und Petruskult sowie Fürbitten für Verstorbene pflegen. Die cluniazensische Reform schuf den Boden, auf dem die gregorianische Reform wachsen konnte. Sie bildete die Voraussetzung für den Machtanspruch des Papsttums im Mittelalter (Investiturstreit).
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