Lexikon

Hindusmus

Göttervielfalt

Den ständigen Prozess des Werdens und Vergehens spiegelt auch die Göttervielfalt wider. Innerhalb der hinduistischen Traditionen und Strömungen ragen mehrere hervor: Der vielköpfige Brahma ist der ursprüngliche Weltenschöpfer. Vishnu, der Welterhalter, versucht die göttliche Ordnung des Universums durch Ausbalancieren von Gut und Böse zu erhalten und wendet sich dem Menschen in zehn Erscheinungen (Inkarnationen) zu. Der doppelgesichtige Shiva ist zugleich Weltzerstörer und Schöpfer neuen Lebens; durch seine Zeugungskraft hält er den Kreislauf des Kosmos in Gang. Shakti, die große Muttergöttin, tritt ebenfalls in unterschiedlichen Erscheinungen auf: als wilde Kali, als Kriegergöttin Durga oder als milde Parvati. Die Gottheiten werden im Hinduismus in Tempeln verehrt. Hauptritual ist die Puja, die zeremonielle Verehrung von Götterbildern und -symbolen u. a. durch Anrufungen, Rezitationen von heiligen Versen und Darbringung von Opfergaben. Zur religiösen Praxis gehören auch Prozessionen und Wallfahrten sowie verschiedene Feste, von denen das Holi-Fest (Neujahrs- und Fruchtbarkeitsfest) und das Divali-Fest (zu Ehren der Göttin Lakshmi wird der Sieg des Guten und Reinen über das Böse und die Finsternis gefeiert) die bedeutendsten sind.
  1. Einleitung
  2. Der hinduistische Daseinskreislauf
  3. Göttervielfalt
  4. Heilige Schriften
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