Lexikon

Hindusmus

Der hinduistische Daseinskreislauf

Der Hindu sieht sich einem ständigen Kreislauf von Leben, Tod u. Wiedergeburt unterworfen (Samsara). Art und Höhe der nächsten Existenz wird vom Gesetz des Karma bestimmt, das die Wirkung der menschlichen Handlungen bewertet. Jedem Menschen wird hiernach ein bestimmter Platz in der Welt zugewiesen. Hierin liegt auch die soziale Hierarchie der Gläubigen nach Kasten begründet: von den am höchsten stehenden Priestern (Brahmanen) über den Stand der Krieger und Adligen (Kshatriya), den Kaufleuten (Vaishya) bis zu den Bauern (Shudra). Die kastenlosen Parias stehen außerhalb dieses Vierständesystems und gelten daher als „unrein“. Der Übergang von einer Lebensphase zur anderen wird im Hinduismus mit besonderen Zeremonien und Übergangsriten begangen. Ziel der Hindus ist es, Glück und Frieden im jeweiligen Leben zu finden, letztlich aber die Unsterblichkeit ihrer Seelen zu erreichen und sich mit dem göttlichen Brahman zu vereinen. Um das übergeordnete Heilsziel (Moksha) zu erreichen, also dem ständigen Daseinskreislauf mit seiner unendlichen Kette von Wiedergeburten, zu entrinnen, gibt es viele Wege, vor allem aber Glauben und Gottesliebe, selbstloses Handeln sowie Studium der heiligen Schriften unter Anleitung eines Gurus, geistige Konzentration und Meditation (Yoga).
  1. Einleitung
  2. Der hinduistische Daseinskreislauf
  3. Göttervielfalt
  4. Heilige Schriften
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