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LEXIKON

Hut

eine Art der Kopfbedeckung, im Unterschied zur Mütze meist mit seitlich umlaufender Krempe, zum Schutz und Schmuck des Kopfes von beiden Geschlechtern getragen. Dem Material nach unterscheidet man den aus Tierhaaren gefertigten Filzhut, den Strohhut, den Lederhut und den Stoffhut.
Bei den germanischen Völkern waren seit dem frühen Mittelalter spitz oder konisch geformte Hüte aus Stroh oder Filz verbreitet, die mit Pelzbesatz oder Vogelfedern geschmückt waren. Zur Kennzeichnung der Juden wurde im Mittelalter der konische Hut in gelber Farbe eingeführt. Um 1500 kam das Barett mit nur flach ausgearbeiteter Kopfmulde in Mode, um 1600 der Barockhut mit großer geschwungener Krempe. Durch Hochschlagen der Krempe entwickelte sich um 1680 der Dreispitz, der bis zum 18. Jahrhundert neben dem breiten Zweispitz gebräuchlich war. In der Zeit der Französischen Revolution trugen die Männer runde, breitkrempige Zylinderhüte aus Filz oder Fell, die Frauen spitze Rundhüte. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kam der quer auf den Kopf gesetzte große Zweispitz auf. Die männliche Hutmode des Biedermeiers und der Romantik wurde vom hohen, steifen Röhrenhut, die weibliche vom Schutenhut mit reicher Band- und Blumengarnierung beherrscht. Der schmalkrempige Zylinder (Seidenhut), bereits seit dem 16. Jahrhundert in der europäischen Mode vertreten, war seit etwa 1840 beliebtes Zubehör vornehmer Herrenkleidung, besonders als französischer Klappzylinder (Chapeau claque). Seither hat sich, zumal in der Frauenmode, in raschem Wechsel eine immer größere Fülle sowohl sportlicher wie eleganter Hutformen entwickelt. In den 1960er Jahren kam die am Hinterkopf getragene Pillbox auf, aber seit den 1970er Jahren sind Hüte eher selten geworden.
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