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LEXIKON

Keuchhusten

Stickhusten; Pertussis; Tussis convulsiva
hoch ansteckende meldepflichtige Infektionskrankheit, die mit charakteristischen Hustenanfällen einhergeht und vor allem für junge Säuglinge lebensbedrohlich sein kann. Erreger ist das Bakterium Bordetella pertussis, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Nach einer Inkubationszeit von 720 Tagen beginnt der Keuchhusten mit einem uncharakteristischen Husten und allgemeinen Erkältungssymptomen (Stadium catarrhale). In dieser Phase ist die Ansteckungsgefahr am größten. Darauf folgen nach etwa zwei Wochen die eigentlichen Keuchhustenanfälle (Stadium convulsivum). Sie bestehen in krampfhaften, stakkatoartigen Hustenstößen, die sich in kurzen Abständen wiederholen, mit anschließendem juchzendem, ziehendem Einatmen aufgrund einer Verengung der Stimmritze und sind mit zunehmender Atemnot, Venenstauung an Hals und Kopf sowie Einblutung in die Augenlider und Bindehaut verbunden, bis endlich zäher Schleim abgehustet werden kann. Dabei kommt es häufig auch zu Erbrechen. Die Anfälle treten vor allem nachts auf und sind mit Erstickungsgefühlen verbunden. Sie können 46 Wochen anhalten. Das dritte und letzte Stadium des Abklingens (Stadium decrementi), das zwei bis sechs Wochen anhält, ist durch abnehmenden Husten und sinkendes Fieber gekennzeichnet.
Am wichtigsten ist die Sicherstellung der Atmung. Zur Behandlung dienen schleimlösende und fiebersenkende Medikamente. Die frühzeitige Gabe von Antibiotika kann den Krankheitsverlauf mildern und beugt einer Lungenentzündung vor. Auch wird die Dauer der Ansteckungsfähigkeit verkürzt. Nach überstandener Krankheit besteht Immunität, die allerdings innerhalb von Jahrzehnten nachlässt und zu einer Zweitinfektion beim Erwachsenen führen kann. Eine Schutzimpfung wird empfohlen (Impfkalender).
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