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LEXIKON

Krieg - das Wesen des assyrischen Staates

Krieg - das Wesen des assyrischen Staates
Expansion durch Eroberung und brutale Unterdrückung der unterworfenen Völker sind Kennzeichen des Assyrischen Reiches. Der König bezieht seine Anerkennung primär aus dem Ausmaß seiner Machtentfaltung, die als Gunstbeweis der Götter gewertet wird. Diese Faktoren kommen in der nachfolgenden Ansprache eines Offiziers an seinen (nicht namentlich bekannten) König zum Ausdruck:

Herr, seit dem Beginn deiner Regierung ... ist Kampf und Mühsal ein Fest für uns, unsere Freude ... du ließest uns den Streitwagen [?] nehmen, führtest Kampfgetümmel herbei ... unter dem Zeichen deiner guten Herrschaft sind wir Männer geworden; unter deiner königlichen Regierung konnte kein König gegen dich ankommen. Mit der Gewalt deines Szepters triebst du nach den vier Winden auseinander alle Weltteile ... Es kennen dein Kriegertum die Könige, sie scheuen daher immer wieder den Kampf gegen dich und tragen ... die Furcht vor dir im Herzen. Jetzt stürze dich auf den Kassiten, ehe er es erwartet, zerstreue seinen Heerbann; setze in Schrecken die Scharen, die er aufgestellt hat, zermalme die Weltufer!"

Auf diese Rede ordnet sich das Heer zur Schlacht; ihm und dem König voran ziehen die Götter in den Kampf:
"Es folgten dem Geheiß die Krieger des Assur [Reichsgott], um zu kämpfen, sehen sie dem Tode ins Auge. Sie schauen um Gnade bittend auf Ischtar [Göttin des Kampfes und der Liebe!], sie rühmen im Kampfgetümmel die Herrin. Voll Wut sind sie feindlich, wie der Sturmgott gewandelten Wesens; sie stürmen im Grimm ins Getümmel ohne Obergewand. Sie [entblößen?] die Brust, reißen die Kleider herunter, knoten sich die Haare, schwingen [?] Lanzen ... Es tanzten im Waffenspiel die gewaltigen, starken Mannen."
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