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LEXIKON

Meise

[
die; griechisch, „Verminderung“
]
Reifeteilung; Reduktionsteilung
die beiden Kern- und Zellteilungen, die zur Bildung der Geschlechtszellen führen. Da bei der Befruchtung zwei Zellkerne miteinander verschmelzen, entstehen Zellen mit doppeltem (diploidem) Chromosomensatz. Die Reduktion zum einfachen (haploiden) Chromosomensatz, die für die Bildung der Geschlechtszellen erforderlich ist, erfolgt durch die Meiose.
Befruchtung (Schema)
Befruchtung (Schema)
Schema des Besamungs- (a) und des Befruchtungsvorganges (b-d) einer Eizelle
Wie bei der normalen Kernteilung (Mitose) geht auch der Meiose eine Interphase voraus, in der jedes Chromosom verdoppelt wird. Danach verdichten sich die Chromosomen, und je zwei homologe (eins vom Vater, eins von der Mutter), bestehend aus je zwei Chromatiden, finden sich paarweise zusammen und bilden so eine Tetrade, in der sich die Chromatidenstränge an vielen Stellen überkreuzen (Chiasmata). Bei diesem Überkreuzungsvorgang (Crossing-over) kommt es zum Stückaustausch zwischen den homologen Chromosomen, was der Durchmischung des Erbgutes dient. Anschließend werden die homologen Chromosomen von Spindelnfasern zu den entgegengesetzten Zellpolen auseinandergezogen. Ihre Verteilung erfolgt zufällig, so dass es in den entstehenden Tochterzellen zu einer Neukombination (Mendel'sche Gesetze) der väterlichen und mütterlichen Chromosomen kommt.
An die Meiose I schließt sich die Meiose II an, die nach dem Schema einer normalen Kernteilung verläuft und bei der nun die bisher noch miteinander verbundenen Chromatiden getrennt und zu selbstständigen Chromosomen werden. Am Ende sind vier Tochterzellen mit einfachem (haploidem) Chromosomensatz entstanden. Aus ihnen werden im männlichen Geschlecht vier funktionsfähige Spermien, während im weiblichen Geschlecht nur eine Eizelle heranreift und die übrigen drei als Polkörperchen zugrunde gehen.
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