Lexikon
Méliès
[
melˈjɛs
]Georges, französischer Filmpionier, * 8. 12. 1861 Paris, † 21. 6. 1938 Paris; begann als Mechaniker; Schauspieler und Theaterdirektor; Autor, Regisseur, Produzent und Architekt seiner Filme, arbeitete als Erster mit Tricks, produzierte 1896–1914 rund 1200 Filme, darunter: „Die Reise zum Mond“ 1902.
Méliès, Georges
Georges Méliès
© Corbis/Bettmann
- Deutscher Titel: Die Reise zum Mond
- Original-Titel: LE VOYAGE DANS LA LUNE
- Land: Frankreich
- Jahr: 1902
- Regie: Georges Méliès
- Drehbuch: Georges Méliès
- Kamera: Michaut
- Schauspieler: Georges Méliès, Victor André
Mit seinem Film »Die Reise zum Mond« begründet der Regisseur Georges Méliès ein neues Filmgenre, den Sciencefiction-Film. Er erzielt damit im In- und Ausland einen triumphalen Erfolg.
Der 16-Minuten-Streifen, der sich an dem Zukunftsroman »Von der Erde zum Mond« (1865) von Jules Verne orientiert, schildert die Reise einer Gruppe von Wissenschaftlern zum Erdtrabanten. Ihre Rakete, die von einer riesigen Kanone abgeschossen wird, landet im rechten Auge des Mondes. Die insektenhaften Bewohner des Planeten nehmen die Eindringlinge gefangen. Da die Mondbewohner jedoch bei der Berührung mit der Spitze eines Regenschirms zerplatzen, können sich die Wissenschaftler befreien und mit ihrem Gefährt zur Erde zurückkehren.
Das Motiv einer fantastischen Reise greift Méliès 1904 auch in dem Film »Die Reise durch das Unmögliche« auf. Hier sind es Mitglieder der »Gesellschaft für inkohärente Geographie«, die sich von grotesken Fahr- und Flugapparaten – oder auch von einem Eisenbahnzug, der einen Berg hinaufrast, um dann in die Luft zu fliegen – ins All tragen lassen. In »Die vierhundert Streiche des Teufels« (1906) dient ein von einem Pferde-Roboter gezogener Sternenwagen als Weltraumgefährt. Weitere utopische Méliès-Filme sind u.a. »Der Tunnel unter dem Ärmelkanal« und »Die Eroberung des Pols«.
Méliès bedient sich einer raffinierten Tricktechnik. Dabei werden alle Mittel der Illusionsbühne – Falltüren, Attrappen und unsichtbare Leinen, mittels derer die Darsteller durch die Luft schweben –, aber auch filmtechnische Mittel eingesetzt, etwa die Doppelbelichtung, das Stopp-motion-Verfahren und der Kasch, bei dem ein Teil des Films abgedeckt und später belichtet wird. In anderer Hinsicht bleibt Méliès dagegen der Theaterästhetik verhaftet: Er dreht die Tableaus seiner Filme in einer einzigen Einstellung, macht Kamerafahrten nur für einen Trickeffekt und behält immer die gleiche Entfernung zwischen Kamera und abgefilmtem Objekt bei. Auch wenn Méliès„ Filme mit den wild gestikulierenden Darstellern und den gemalten Pappkulissen ein wenig unbeholfen erscheinen, strahlen sie doch einen einzigartigen Charme aus. Da er als einer der ersten Regisseure Filme mit einer fiktiven Handlung inszeniert, hat sein Werk großen Einfluss auf andere Regisseure der Frühzeit, wie es u.a. viele Plagiate belegen.
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