Lexikon

Mörtel

[
lateinisch mortarium, „Mörser (Mörtelgefäß)“
]
Verbindungs- und Füllstoffe, die plastisch verarbeitbar sind und durch physikalische Vorgänge (Trocknen) oder chemische Reaktion (Erhärten) verfestigen. Mörtel im engeren Sinne ist ein Gemisch aus einem oder mehreren, miteinander verträglichen Bindemitteln und Zuschlagstoffen (Zuschlag). Die Bindemittel sind meist mineralisch (Zement, Baukalk, Baugips, Anhydritbinder, Magnesitbinder), jedoch werden auch Kunststoffe verwendet. Sie bewirken durch Erhärten und Verkittung der Zuschläge die Verfestigung des Mörtels. Man unterscheidet ausschließlich an der Luft erhärtende und auch unter Wasser erhärtende hydraulische Mörtel. Als Zuschlag dienen anorganische (natürliche und künstliche Sande) und organische Stoffe (z. B. Holzspäne). Die Korngröße der Sande ist zur Unterscheidung von der des Betons auf 4 mm begrenzt (Ausnahme bestimmte grobe Putzmörtel). Gips, Anhydrit, auch Lehm können ohne Zuschlag verwendet werden. Der Mörtel wird entsprechend den Anforderungen nach vorgegebenen Rezepten zusammengesetzt und gemischt. Nach dem Verwendungszweck unterscheidet man Mauermörtel, Putzmörtel (Putz), Einpressmörtel (Verfüllung von Spannkanälen im Spannbetonbau), Dämmung (Wärmedämmung), Dünnbettmörtel mit Zuschlägen bzw. Füllstoffen bis 0,5 mm Korngröße für das Anbringen keramischer Bekleidungen. Mörtel kann in Werken als Werkmörtel hergestellt werden und je nach Grad der Fertigstellung ohne Wasseranteil als Trockenmörtel, Vor- oder Nassmörtel (Zugabe von Zement und Wasser an der Baustelle) oder gebrauchsfertiger Frischmörtel geliefert werden.
Nährwertangaben auf einer Verpackung
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