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LEXIKON

Neuer Kurs

DDR
die vom Politbüro der SED am 9. 6. 1953 beschlossenen Maßnahmen, durch die „Fehler der Regierung und der staatlichen Verwaltungsorgane“ in der DDR korrigiert werden sollten. Der Beschluss sah vor, die Aufwendungen für die Schwerindustrie zu kürzen, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, dem gewerblichen Mittelstand und den Bauern mehr Spielraum zu gewähren und die Rechtssicherheit zu erhöhen. Er ging auf eine Weisung der sowjetischen Parteiführung zurück, die nach Stalins Tod vom Konzept des „verschärften Klassenkampfes“ und des „beschleunigten Aufbaus des Sozialismus“ abgerückt war. Das Politbüro nahm jedoch nicht die kurz zuvor beschlossene generelle Erhöhung der Arbeitsnormen zurück, die in der Arbeiterschaft den größten Unwillen erregt hatte; dies führte zum Juniaufstand. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde das Schlagwort Neuer Kurs noch eine Zeit lang gebraucht; 1955 wurde es parteioffiziell fallen gelassen.
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