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LEXIKON

Papen

Papen, Franz von
Franz von Papen
Franz von, deutscher Politiker, * 29. 10. 1879 Werl, Westfalen,  2. 5. 1969 Obersasbach, Baden; Generalstabsoffizier, 19131915 Militärattaché in Washington und Mexico, dann Stabschef der 4. türkischen Armee; 19211928 und 19301932 Mitglied des Preußischen Landtags (rechter Flügel des Zentrums). Im Juni 1932 als Nachfolger H. Brünings zum Reichskanzler ernannt, bildete Papen ein Präsidialkabinett aus zumeist parteilosen, konservativen Adeligen, hob das Verbot der SA auf und ließ durch Notverordnung die preußische Regierung Braun/Severing absetzen, wurde aber bereits im Dezember durch K. von Schleicher abgelöst. Durch seine Besprechungen
Wir haben Hitler engagiert
Wir haben Hitler engagiert
In der letzten Niedergangsphase der Weimarer Republik versuchte Franz von Papen, Adolf Hitler in die Regierung einzubinden, um ihn zu zähmen. Am 13. 11. 1932 schrieb er an Hitler:

... Ich weiß zwar aus der Presse, dass sie die Forderung der Übertragung des Kanzlerpostens aufrechterhalten... Aber trotzdem bin ich der Ansicht, dass der Führer einer so großen nationalen Bewegung, deren Verdienst um Volk und Land ich trotz notwendiger Kritik stets anerkannt habe, sich dem augenblicklich verantwortlich führenden Staatsmann nicht zu einer Aussprache über die Lage und die zu fassenden Entschlüsse versagen sollte...

Am 4. 1. 1933 verhandelten beide Politiker im Hause des Kölner Bankiers Baron Kurt v. Schröder, der darüber berichtet:
Die Aussprache fand nur zwischen Hitler und Papen statt. ... Papen erzählte Hitler, dass es ihm als Bestes erschien, die Konservativen und die Nationalisten, welche ihn unterstützt hätten, mit den Nazis zusammenzutun und eine Regierung zu gründen. Er schlug vor, dass diese neue Regierung, wenn möglich, von Hitler und Papen in gleichberechtigter Weise geleitet werden soll. Dann hielt Hitler eine lange Rede, in welcher er sagte, dass, wenn er zum Kanzler gemacht würde, es für ihn notwendig sein würde, an der Spitze der Regierung zu stehen, aber dass die Anhänger Papens in seiner (Hitlers) Regierung als Minister eintreten könnten, wenn sie willens wären, mit ihm seinen Richtlinien entsprechend vorzugehe. Von Papen und Hitler erzielten ein prinzipielles Abkommen.
Nach der Übereinkunft triumphierte von Papen:
Wir haben ihn uns engagiert. ... Was wollen sie denn? Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass es quietscht...
mit Hitler am 4. 1. 1933 ebnete Papen diesem den Weg an die Macht und trat am 30. 1. 1933 als Vizekanzler in das neue Kabinett ein. Am Abschluss des Reichskonkordats mit der römischen Kurie war Papen maßgeblich beteiligt. Nach dem Röhm-Putsch schied er aus der Regierung aus, wurde im August 1934 Gesandter, 19361938 Botschafter in Wien, danach (19391944) in der Türkei. Von der Anklage des Kriegsverbrechens wurde Papen 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg freigesprochen.
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