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LEXIKON

Planwirtschaft

im Gegensatz zur Marktwirtschaft eine Wirtschaftsordnung, bei der das gesamte wirtschaftliche Geschehen von einer zentralen Stelle aus geplant und gelenkt wird. Durch Koordinierung von Einzelplänen zu einem Gesamtplan legt der Staat z. B. Produktion, Investition, Einkommensverteilung oder auch Berufs- und Arbeitsplatzwahl, Konsumwahl und Spartätigkeit fest. Die fixierten Preise haben keine wirtschaftliche Lenkungsfunktion. Eine Planung der Wirtschaftsentwicklung auf längere Dauer soll die rationale Koordinierung aller wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Maßnahmen ermöglichen. Wenn der Staat mit der Planung die Verwirklichung seiner politischen Ziele anstrebt, wird die Planwirtschaft zu einem politischen Instrument totalitärer Systeme, dessen Wirksamkeit durch Verstaatlichung von Grund und Boden und aller Produktionsmittel zu steigern angestrebt wird. Planwirtschaft wurde vom kommunistischen Sozialismus eingeführt und galt dort als einzige Wirtschaftsform, bei der Krisenfestigkeit und Vollbeschäftigung garantiert seien. Die Wirklichkeit zeigte aber, dass in Ländern mit zentraler Planwirtschaft die Wirtschaftsentwicklung unter starken Schwankungen litt. Bei Planänderungen oder Fehlplanungen wurde zwar niemand entlassen, der Faktor Arbeit aber in den dadurch nicht vollbeschäftigten Betrieben unproduktiv eingesetzt; überschüssige Kapazitäten deuteten auf verdeckte Arbeitslosigkeit hin. Rationierung, Lieferfristen und Warteschlangen andererseits waren Zeichen gestauter Inflation. Die schlechten Erfahrungen mit Planwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg führten Ende der 1980er Jahre in fast allen sozialistischen Ländern zur Abkehr von der Planwirtschaft und Hinwendung zu marktwirtschaftlichen Systemen. Zentralverwaltungswirtschaft.
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