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LEXIKON

Politkwissenschaft

die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Erscheinungen des politischen Lebens. Dabei soll Politikwissenschaft nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sein. Empirisch ausgerichtete Politikwissenschaft ermittelt, wie es ist; normativ ausgerichtete stellt dar, wie es sein soll. Allerdings sind die Grenzen zwischen den Schulen fließend.
Die Politikwissenschaft ist ein junges wissenschaftliches Fach mit einer Tradition, die bis in die Antike zurückreicht. In Frankreich und den angelsächsischen Ländern konnte sich die Politikwissenschaft schon seit dem 19. Jahrhundert an den Universitäten in Lehre und Forschung ihre Einrichtungen schaffen. In Deutschland reicht zwar die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Politik in das 18. Jahrhundert zurück, Festigung und Ausbau der Politikwissenschaft erlitten jedoch im Verlauf der deutschen Geschichte vielfältige Unterbrechungen und Rückschläge. Als Universitätsdisziplin entstand die Politikwissenschaft in der BR Deutschland im Wesentlichen nach 1945, zunächst weithin als Demokratiewissenschaft. Heute ist die Politikwissenschaft Lehrfach an der Mehrzahl der deutschen Universitäten (über 300 Professoren und mehr als 20 000 Hauptfachstudenten).
Die Politikwissenschaft zerfällt in drei große Bereiche: politische Theorie, internationale Politik, politische Systeme. Die drei Bereiche lassen sich mehrfach aufgliedern: Zur politischen Theorie zählen die politische Ideengeschichte sowie moderne Theorien von Politik, zu der internationalen Politik gehören die Außenpolitik einzelner Staaten, die Beziehungen zwischen ihnen, die Sicherheitspolitik, die Friedensforschung, zu den politischen Systemen sind die vergleichende Regierungslehre und die Innenpolitik der Staaten zu rechnen.
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