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LEXIKON

Pommer

Erich, deutscher Filmproduzent, * 20. 7. 1889 Hildesheim,  8. 5. 1966 Hollywood; gründete 1915 die Decla-Film AG, die später mit der Ufa fusionierte; emigrierte 1934; nach dem 2. Weltkrieg als US-amerikanischer Filmkontrolloffizier in München; gründete 1950 die Intercontinentalfilm; Produzent von: „Dr. Mabuse, der Spieler“ 1922; „Der blaue Engel“ 1930; „Der Kongress tanzt“ 1931; „Liliom“ 1934; „Nachts auf den Straßen“ 1952 u. a.
  • Deutscher Titel: Dr. Mabuse, der Spieler
  • Original-Titel: DR. MABUSE, DER SPIELER
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1922
  • Regie: Fritz Lang
  • Drehbuch: Fritz Lang, Thea von Harbou, nach einem Roman von Norbert Jaques
  • Kamera: Carl Hoffmann
  • Schauspieler: Rudolf Klein-Rogge, Aud Egede Nissen, Alfred Abel
Die beiden Teile des Films »Dr. Mabuse, der Spieler« von Fritz Lang werden in Berlin erstmals gezeigt. Die Titelfigur ist ein geheimnisvoller, in verschiedenen Masken und Berufen auftretender Verbrecher.
Dr. Mabuse (Rudolf Klein-Rogge) verfügt nicht nur über eine bemerkenswerte kriminelle Energie, sondern auch über hypnotische Fähigkeiten. Er strebt weniger danach, Reichtum anzuhäufen, als vielmehr Macht über die Menschen zu gewinnen. Nicht nur die Tänzerin Cara Carozza ist ihm verfallen, auch den jungen Hull beeinflusst er beim Kartenspiel so, dass dieser nicht mehr gewinnt. Den Kunstsammler Graf Told bewegt Dr. Mabuse unter Hypnose dazu, die eigenen Gäste zu betrügen. Als dies aufgedeckt wird, begibt sich der verstörte Graf in psychoanalytische Behandlung, doch sein Psychiater ist ausgerechnet Dr. Mabuse. Nur Staatsanwalt Wenk kann dem geheimnisvollen Verbrecher widerstehen und ihn schließlich überführen. Dr. Mabuse, der sich durch Flucht entzieht und in seiner Falschmünzerwerkstatt einsperrt, verfällt dem Wahnsinn.
Fritz Langs Filmfigur eines übermächtigen, die Menschen in seinen unheilvollen Bann zwingenden Verbrechers weist Ähnlichkeiten mit Robert Wienes »Dr. Caligari« auf. Zugleich hält der Film einer aus der gewohnten Ordnung geratenen Gesellschaft, die dem Bösen keinen Widerstand bietet, den Spiegel vor.
  • Deutscher Titel: Der blaue Engel
  • Original-Titel: DER BLAUE ENGEL
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1930
  • Regie: Josef von
    Sternberg
  • Drehbuch: Carl Zuckmayer, Karl Vollmöller, Robert Liebmann, nach einem Roman von Heinrich Mann
  • Kamera: Günther Rittau
  • Schauspieler: Emil Jannings, Marlene Dietrich, Kurt Gerron, Hans Albers, Rosa Valetti
Josef von
Sternberg
s umjubelter Film »Der blaue Engel« macht die Schauspielerin Marlene Dietrich über Nacht zum Weltstar.
Sternberg
benutzt den im Jahr 1905 erschienenen Roman »Professor Unrat« von Heinrich Mann zu einer Parabel auf die heuchlerische Moral des Kleinbürgertums: Der strenge Gymnasial-Professor Immanuel Rath (Emil Jannings) verliebt sich in die Barsängerin Lola-Lola Fröhlich (Marlene Dietrich). Er wird aus dem Schuldienst entlassen und gerät in eine demütigende Abhängigkeit zu Lola. Er heiratet sie und geht mit ihr auf Tournee. Zum dummen August herabgewürdigt, wird Rath von Lola verlassen, die sich mit dem Artisten Mazeppa (Hans Albers) tröstet. Rath stirbt schließlich in seiner früheren Schule am Katheder. Die Rolle der Lola, ihr Auftreten mit Seidenhut, schwarzen Strümpfen und teilweise entblößten Oberschenkeln sowie die mit rauer Stimme in einer einzigartigen Mischung aus Können und Dilettantismus vorgetragenen Lieder wie »Ich bin die fesche Lola«, »Kinder, heut abend, da such ich mir was aus« und »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt« (Musik: Friedrich Hollaender/Text: Robert Liebmann) lassen die Dietrich zum umschwärmten Sexsymbol der 30er Jahre aufsteigen.
Der Kritiker Herbert Ihering schreibt über ihre Erscheinung: »Sie singt und spielt fast unbeteiligt, phlegmatisch. Sie ist ordinär, ohne zu spielen. Alles ist Film, nichts Theater.« Neben Emil Jannings beeindruckt vor allem Hans Albers, der hier in einer Nebenrolle auftritt.
Der von der Ufa produzierte Film beweist auch die »Flexibilität« des Unternehmens: Politisch steht die Ufa, die seit 1927 von Alfred Hugenberg beherrscht wird, rechts. Sie finanziert aber die Verfilmung des Romans des linksliberalen Autors Heinrich Mann, da sie sich kommerziellen Erfolg verspricht.
  • Deutscher Titel: Der Kongress tanzt
  • Original-Titel: DER KONGRESS TANZT
  • Land: Deutsches Reich
  • Jahr: 1931
  • Regie: Eric Charell
  • Drehbuch: Norbert Falk, Robert Liebmann
  • Kamera: Carl Hoffmann
  • Schauspieler: Willy Fritsch, Lilian Harvey, Conrad Veidt, Otto Wallburg
Die Donaumetropole zur Zeit des Wiener Kongresses: Die Handschuhmacherin Christl Weinzinger (Lilian Harvey) wirft Zar Alexander von
Russland
(Willy Fritsch) ein Bukett mit ihrer Geschäftsadresse in den Wagen, um Reklame zu machen. Der Zar besucht sie inkognito und beide verlieben sich ineinander. Als Fürst Metternich (Conrad Veidt) versucht, das Techtelmechtel zu verhindern, führt der Zar ihn mit Hilfe eines Doubles in die Irre. Das Glück endet jäh, als der Zar wieder gegen Napoleon ins Feld muss.
Der Operettenfilm von Eric Charell verdankt seinen internationalen Erfolg vor allem dem »Traumpaar« Fritsch/Harvey, den Tanzszenen und der Musik von Werner Richard Heymann (»Das gibt„s nur einmal«).
  • Deutscher Titel: Nachts auf den Straßen
  • Original-Titel: NACHTS AUF DEN STRASSEN
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1952
  • Regie: Rudolf Jugert
  • Drehbuch: Fritz Rotter, Helmut Käutner
  • Kamera: Václav Vich, Theo Nischwitz
  • Schauspieler: Hans Albers, Hildegard Knef, Lucie Mannheim, Marius Goring
Der brave Familienvater und Fernfahrer Schlüter (Hans Albers) findet bei einer seiner Touren auf der Autobahn eine große Geldsumme und behält sie. Durch diesen ersten Fehltritt aus der Bahn geworfen, erliegt er auch der Verlockung der jungen Inge (Hildegard Knef), die ihn in kriminelle Geschäfte verwickeln will. Sein Gewissen ist jedoch stärker und führt ihn schließlich zu seiner Ehefrau zurück.
In dem kassenstarken Stück Zeitkritik kann vor allem Hans Albers seine darstellerischen Fähigkeiten schnörkellos und wirkungsvoll unter Beweis stellen.
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