Lexikon

Rhthmus

[der; Plural Rhythmen; griechisch]
die Gliederung eines zeitlichen Vorgangs oder einer räumlichen Ausdehnung in sinnlich wahrnehmbare Einheiten, in der Form, dass sich die kurzen und langen, betonten und unbetonten Teile der Bewegung für den Betrachter zu regelmäßig wiederkehrenden oder als ähnlich empfundenen Gruppen zusammenfügen. Die meisten natürlichen Lebensvorgänge (Pulsschlag, Atmung, Ebbe und Flut u. a.) und zahlreiche Arbeitsabläufe (besonders an Maschinen) haben einen stark regelmäßigen (mechanischen) Rhythmus. Ein Rhythmus, der als schön empfunden werden soll, muss im Rahmen einer strengen Gesetzmäßigkeit eine möglichst große Vielfalt und lebendige Sinnlichkeit entfalten.

Literatur

Der Rhythmus wird in der Literatur besonders im Vers gepflegt und ist an eine regelmäßige Folge von Länge und Kürze (quantitierende Metrik) oder Hebung und Senkung (akzentuierende Metrik) gebunden. In einer Versdichtung ist das metrische Schema (Metrum) gewöhnlich für alle Verse gleich; der Rhythmus jedes einzelnen Verses ist aber individuell verschieden; andernfalls wirkt das Werk ermüdend und leblos. In den sog. freien Rhythmen werden die Verse nur durch einen stark ausgeprägten Rhythmus geformt, ohne die Regelmäßigkeit eines Metrums und ohne Reim.

Musik

Ein grundlegendes musikalisches Element ist der Rhythmus. Da die Musik im Gegensatz zur bildenden Kunst an die Zeit im Sinn chronologischer Abläufe gebunden ist, wirkt der musikalische Rhythmus als zeitlicher Ordnungsfaktor, und zwar mittels 1. Dauerverhältnissen (zeitlich), 2. Akzenten (dynamisch) und 3. Verhältnissen zu einem gleichmäßigen Metrum (Metrik), mit dem der Rhythmus oft verwechselt wird. Man unterscheidet die Reihung von Längen als additiven Rhythmus vom divisiven Rhythmus, der Teilung einer übergeordneten Zeiteinheit (Takt) in einfache Proportionen (besonders seit dem Mittelalter).
Rhythmus ist seelisch-körperlich erlebbar, und zwar im Sinn eines auf Spannung und Entspannung gerichteten Erwartungsgefühls, das erst durch den Mitvollzug rhythmischer Vorgänge, also z. B. durch Tanzen, Schreiten oder Marschieren, befriedigt wird.
Glaube.jpg
Wissenschaft

Die Musik der Sphären

Harmonice mundi“ – Fünf Bücher über die Harmonik der Welt hat Johannes Kepler im frühen 17. Jahrhundert verfasst und dabei vor allem geometrische Formen im Auge gehabt. Der Astronom gewann darüber hinaus die Überzeugung, dass die Planeten bei ihrer Umkreisung der Sonne Töne erzeugen, deren Klang er nach dem Vorbild des Pythagoras...

braune Hundezecke auf einem Bleistift
Wissenschaft

Warum Zecken bakterielle Helfer benötigen

Zecken ernähren sich von menschlichem und tierischem Blut und können bei ihren Bissen Krankheitserreger übertragen. Nun haben Forschende einen möglichen Weg gefunden, den Zeckenbestand künftig besser regulieren zu können und damit das Erkrankungsrisiko zu senken. Als Angriffspunkt könnten dabei spezielle Bakterien dienen, die im...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon