Lexikon

schwedische Musik

Goldenes Zeitalter und Romantik

Während der sog. Gustavianischen Zeit (17711809; Gustav III.; Gustav IV. Adolf) erlebten die Künste eine Blütezeit. So wurde in Stockholm 1771 die Musikakademie gegründet und 1773 mit „Thetis och Pelée“ des Italieners Francesco Antonio Baldassare Uttini (* 1723,  1795), der ersten Oper in schwedischer Sprache, die Nationaloper eröffnet. Für die Opernbühne schrieben auch die Deutschen Georg JosephVogler, Joseph Martin Kraus und Johann Gottlieb Naumann, dessen „Gustaf Wasa“ (1786) lange als schwedische Nationaloper galt. Am Übergang von der Klassik zur Romantik steht der finnische Klarinettenvirtuose Bernhard Henrik Crusell (* 1775,  1838) mit seinen Werken für Blasinstrumente.
Im 19. Jahrhundert machte sich zunehmend ein (durch die Volksmusik beeinflusster) nationaler Charakter in der schwedischen Musik bemerkbar wie in dem Singspiel „Värmländingarne“ („Die Leute von Värmland“) von Andreas Randel (* 1804,  1864). Weltweite Triumphe feierte die Sopranistin Jenny Lind als „schwedische Nachtigall“, die als Konzertsängerin auch das Lied pflegte, neben der (Männer-)Chormusik die zentrale Gattung der schwedischen Romantik. Hier hinterließen die (nicht verwandten) Adolf Fredrik Lindblad (* 1801,  1878), auch „schwedischer Schubert“ genannt, und Otto Jonas Lindblad (* 1809,  1864) bedeutende Spuren. Der führende Komponist dieses Jahrhunderts mit einem ausgeprägten Personalstil war Franz Berwald, der u. a. Sinfonien und Streichquartette schuf. Daneben wirkten der von der deutschen Romantik geprägte Fredrik Vilhelm Ludvig Norman (* 1831,  1885) und Johan Andreas Hallén (* 1846,  1925), der in seinen Opern und Orchesterwerken von der Neudeutschen Schule beeinflusst wurde. Zu den Vertretern einer nationalromantischen Tonsprache gehören Johan August Söderman (* 1832,  1876), der die Gattung der Chorballade erschuf und bedeutende geistliche Chormusik schrieb, sowie Johan Gustaf Emil Sjögren (* 1853,  1918) mit seinem Liedschaffen.
  1. Einleitung
  2. Goldenes Zeitalter und Romantik
  3. Moderne
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