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LEXIKON

Über die Ziele des Kolonialbesitzes

Über die Ziele des Kolonialbesitzes
Zu den treibenden Kräften der deutschen Kolonialpolitik zählt Carl Peters, Mitbegründer der Gesellschaft für deutsche Kolonisation und später Reichskommissar in Ostafrika. Peters ist ein besonders rücksichtsloser Vertreter einer sozialdarwinistischen Weltsicht.

Der Kampf ums Dasein wird auf ewig Sieger und Besiegte haben, er wird mit der Schmälerung des Nähr- und Ellenbogenraumes für die Individuen stets heftiger werden.

Diesen Kampf durch einen allgemeinen Friedensschluss zu beseitigen, ist ein frommer Wunsch, dem es in der Geschichte wie im Wesen der Menschheit an jeder Voraussetzung fehlt. Was wir dagegen im Folgenden nachweisen möchten, ist die Möglichkeit, in diesem Kampf auf geraume Zeit für eine Nation das Übergewicht zu erringen und auf Grund dieses Übergewichts dieser Nation breitere Lebensbedingungen, reichere Entwicklung und damit eine höhere Stufe geistiger und materieller Kultur zu sichern, als den übrigen...
Die Kolonialpolitik will nichts anderes, als die Kraftsteigerung und Lebensbereicherung der stärkeren, besseren Rasse auf Kosten der schwächeren, geringeren, die Ausbeutung der nutzlos aufgespeicherten Reichtümer dieser im Dienste des Kulturfortschritts jener.
Es ist ein Irrtum ... wenn man meint, die Kolonialpolitik bezwecke allein die moralische und materielle Hebung fremder Volksstämme. Sie soll weitblickend genug sein, um sich dieser Aufgabe als ein hervorragendes Mittel zum Zweck zu stellen. Dieser ist und bleibt aber schließlich die rücksichtslose und entschlossene Bereicherung des eigenen Volkes auf anderer schwächerer Völker Unkosten."
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