Lexikon

 

ungarische Musik

Die ältesten bekannten ungarischen Volksgesänge weisen noch die pentatonische Grundlage auf, die sich später zu siebenstufigen Tonleitern unter Verwendung der Kirchentöne erweiterte. Erst im 19. Jahrhundert fand sich neben der häufig verwendeten Zigeunertonleiter auch eine eigene ungarische Tonleiter mit zwei gleichgestalteten Tetrachorden. Wesentlichen Anteil an der Entwicklung der ungarischen Musik hatten zahlreiche Volkstänze, besonders der Csárdás.
Die ersten wirklich ungarischen Künstler waren Sebestyén Tinódi, der seine eigenen Lieder zur Laute sang, und Valentin Bakfark. Eine eigentliche ungarische Kunstmusik entstand erst im 19. Jahrhundert; F. Erkel, F. Liszt und M. Mosonyi stehen am Anfang, ihnen folgen Ö. P. J. de Mihalovich, G. Zichy, J. Hubay, K. Szabados, A. Szendy, E. Poldini, T. Szántó und der führende ungarische Komponist E. von Dohnányi. Alle diese Meister standen innerhalb der westeuropäischen Tradition. E. mit B. Bartók und Z. Kodály fand die ungarische Musik unter Besinnung auf die echte Volksmusik (beide Komponisten sammelten intensiv Volkslieder) zu einem unverfälschten Nationalstil zurück, den auch L. Lajtha, P. Kadosa, F. Farkas, vertraten. G. Ligeti, einer der führenden Avantgardekomponisten, emigrierte 1956 nach Deutschland. Viele ungarische Künstler wirkten im Ausland, so M. Seiber, S. Veress und der besonders als Filmkomponist bekannt gewordene M. Rózsa (* 1907, † 1998) sowie die Dirigenten F. Reiner, G. Szell, E Ormandy und A. Doráti. Der bedeutendste Gegenwartskomponist neben Ligeti ist G. Kurtág. Jüngere Vertreter der ungarischen Musik sind z. B. L. Dubrovay (* 1943), P. Eötvös (* 1944) und A. Hamary (* 1950). – Nationales Volksinstrument ist das klarinettenartige Tárogató.
 
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