Lexikon

Wasserhaushalt

Geowissenschaften
die mengenmäßige Erfassung des Wasserkreislaufs in einem bestimmten Gebiet der Erdoberfläche. Sie wird mit Hilfe der Wasserhaushaltsgleichung N = A + V + (R–B) festgestellt. Dabei steht N für Niederschlag (einschließlich Tau, Nebel und Reif), A für Abfluss (sowohl ober- als auch unterirdisch), R für Rücklage (das im Boden versickerte und im Grundwasserkörper gespeicherte Wasser) und B für Aufbrauch (durch Verdunstung des im Boden gespeicherten Wassers, Entnahme durch Pflanzen (Evapotranspiration) und durch Quellaustritte, wobei ein Teil des Grundwassers wieder abgegeben wird). Der Wasserhaushalt ist nur über einen längeren Zeitraum, das heißt im Durchschnitt mehrerer Jahre, wirklich ausgeglichen, denn das Verhältnis von Niederschlag und Verdunstung ist von Jahr zu Jahr und auch jahreszeitlich verschieden. In den gemäßigten Breiten überwiegt im Winterhalbjahr der Niederschlag, im Sommerhalbjahr jedoch die Verdunstung. Der Wasserhaushalt ist in seinem typischen Verlauf ein Hauptmerkmal des Klimas. Auf den Unterschieden im Wasserhaushalt beruht die Einteilung in die Hauptklimazonen mit aridem, humidem und nivalem Klima.
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