Lexikon
Weiss, Peter: Fluchtpunkt
- Erscheinungsjahr: 1962
- Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Fluchtpunkt
- Genre: Roman
Der autobiografische Bericht »Fluchtpunkt«, erschienen bei Suhrkamp in Frankfurt am Main, des während der Naziherrschaft 1934 über Großbritannien nach Prag und 1939 via Schweiz nach Schweden emigrierten Peter Weiss (* 1916, † 1982), inzwischen schwedischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Stockholm, ist die Fortsetzung der 1961 erschienenen autobiografischen Erzählung »Abschied von den Eltern«. »Abschied von den Eltern« war das Werk einer »Suche nach dem eigenen Leben«, nach der Befreiung von den Eltern. In »Fluchtpunkt«, umfassend den Zeitraum des schwedischen Exils 1940 bis 1947, wendet sich der Autor von der Welt seiner Herkunft ab, um sich als Maler und Schriftsteller allen »Zugehörigkeiten« zu entziehen: »Meine Malerei war eine Handlung, eine Lebensäußerung, ich wollte sie bewusst wählen, als meine Alternative zur Teilnahme am Krieg... Nur für meine Flucht, meine Feigheit, wollte ich eintreten, keinem Volk, keinem Ideal, keiner Stadt, keiner Sprache angehören, und nur in meiner Losgelöstheit eine Stärke sehen.« Diese »Vermessenheit des Abstandnehmens« ändert sich, als u.a. die Nachrichten über die sog. Endlösung der Judenfrage nach Schweden dringen. Nach Kriegsende sieht er, dass er »wieder von vorn beginnen« muss: »An diesem Abend, im Frühjahr 1947, auf dem Seinedamm in Paris, im Alter von dreißig Jahren, sah ich, dass ich teilhaben konnte an einem Austausch von Gedanken, der ringsum stattfand, an kein Land gebunden.«
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