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LEXIKON

Zemlnsky

Alexander (von), österreichischer Dirigent und Komponist, * 14. 10. 1871 Wien,  15. 3. 1942 Larchmont, N. Y. (USA); Lehrer Arnold Schönbergs;; Kapellmeister u. a. in Wien und Prag; emigrierte 1938 in die USA. Seine farbenreichen Werke sind von Gustav Mahler und Richard Strauss beeinflusst; schrieb Opern („Kleider machen Leute“ 19061910; „König Kandaules“ 19351937), Orchesterwerke („Lyrische Symphonie“), Kammer- und Vokalmusik.
  • Erscheinungsjahr: 1996
  • Veröffentlicht: Österreich
  • Verfasser:
    Zemlinsky
    , Alexander von
  • Deutscher Titel: Der König Kandaules
  • Genre: Oper
Nach André Gides gleichnamigen Drama aus dem Jahr 1899 plante der österreichische Komponist Alexander von Zemlinsky (1871-1942) zwischen der Vertreibung aus Berlin und Wien und der Ansiedlung im New-Yorker Exil die Oper »Der König Kandaules«. Ausgeführt und überarbeitet wurde allerdings nur der erste Akt, zum weiteren Verlauf gibt es nur einen Partiturentwurf mit ausführlichen Instrumentierungsangaben. Der englische Musikforscher Anthony Beaumont erstellte daraus im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper eine Aufführungsfassung, die am 6. Oktober unter der musikalischen Leitung von Gerd Albrecht (Regie: Günter Krämer) in der Hansestadt uraufgeführt wird. Geschildert wird das Schicksal zweier Paare: Der arme Fischer Gyges tötet seine Frau, die in der Palastküche beschäftigt ist, als er erfährt, dass sie ihm nicht allein gehört, König Kandaules stellt seine Gemahlin Nyssia vor dem Hof bloß, indem er sie zwingt, sich öffentlich zu entschleiern. Kandaules bemüht sich um die Freundschaft des Fischers, muss aber erfahren, dass dieser, durch einen geheimnisvollen Ring unsichtbar geworden, an seiner Statt den Liebesakt mit Nyssia vollzieht. Gyges lässt Kandaules ermorden und wird selbst König. Zemlinsky kontrastiert in einer opulenten, differenzierten Klangsprache die beiden Männer, ohne einen der beiden Widersacher zu denunzieren. Es sei »nicht nur die Ahnung von einem Meisterwerk, sondern ein Meisterwerk des 20. Jahrhunderts für die Opernbühne gewonnen« worden, konstatiert der Musikkritiker Bernd Feuchtner.
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