Lexikon
Zypern
Unabhängigkeit und Teilung
Große Teile der griechischen Zyprer forderten seit dem 19. Jahrhundert den Anschluss (Enosis) an Griechenland. Diese anfangs gegen die türkische, später gegen die britische Herrschaft gerichteten Bestrebungen, die 1931 zu Unruhen führten, lebten nach dem 2. Weltkrieg unter Führung des Oberhauptes der orthodoxen Kirche von Zypern, des Erzbischofes Makarios, verstärkt auf. Die Untergrundorganisation EOKA ging zum Guerillakampf über. 1960 erhielt Zypern die Unabhängigkeit, die von Großbritannien, Griechenland und der Türkei durch das Londoner Abkommen garantiert wurde. Erzbischof Makarios wurde zum Staatspräsidenten gewählt. Als er 1963 den verfassungsmäßig garantierten Status der türkischen Minderheit zugunsten der griechischen Mehrheit ändern wollte, kam es zu blutigen Kämpfen zwischen den Volksgruppen. Die UN entsandten 1964 eine Sicherheitstruppe. 1974 putschte die von griechischen Offizieren befehligte Nationalgarde gegen Makarios. Unter dem Eindruck eines drohenden Anschlusses Zyperns an Griechenland besetzten türkische Truppen 40 % des zyprischen Territoriums. In der Folge kam es durch Flucht und Vertreibung zu großen Bevölkerungsverschiebungen, wodurch nahezu geschlossene Siedlungsgebiete der Volksgruppen entstanden. Damit war die faktische Teilung entlang einer von UN-Truppen gesicherten Demarkationslinie (grüne Linie) vollzogen.
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