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Mount Cook – der Wolkenstecher

Der Berg

Foto: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg

Mit 3764 Metern ist der Mount Cook der höchste Berg Neuseelands und etwa genauso hoch wie der Großglockner und andere Alpengipfel. Doch im Gegensatz zu den Dreitausendern der Alpen ziert kein Kreuz den Gipfel des Mount Cook. Das ist auch nicht nötig, denn er zeigt sich mit einem Heiligenschein - einem Kranz aus Wolken. Dieses meteorologische Phänomen ist so oft zu sehen, dass die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, dem Berg den Namen “Aorangi“ gaben. Das heißt übersetzt der “Wolkenstecher“.

Seinen offiziellen Namen erhielt er vom englischen Weltumsegler James Cook, der im Jahr 1769 die neuseeländische Küstenlinie kartographisch aufnahm und das Land zu britischem Besitz erklärte. Entdeckt wurde Neuseeland allerdings schon 1642 vom niederländischen Seefahrer Abel Tasman. Er gab der Inselgruppe im Südosten von Australien den flämischen Namen “Nieuw Zeelande“.

Der Mount Cook ist Teil der Neuseeländischen Alpen, die sich als Ketten- oder Faltengebirge rund 450 Kilometer über die Südinsel Neuseelands erstrecken. Wie alle Kettengebirge sind auch Neuseelands Alpen das Ergebnis einer Kollision von zwei Lithosphärenplatten - in diesem Fall der Indo-Australischen und der Pazifischen Platte. Neuseeland liegt genau auf der Plattengrenze, und das seit der späten Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren. Zuvor war die Inselgruppe noch mit Australien verbunden und Teil des Riesenkontinents Gondwana.

Die Gesteine des Mount Cook wurden einst als sandige Sedimente mit zahlreichen Bruchstücken von Schiefern und anderen Gesteinen am Rand eines Kontinentalschelfs abgelagert. Man bezeichnet diese oft grauen bis graugrünen Sedimentgesteine, die im Fall der Mount Cook-Region während der späteren Gebirgsbildung durch Druck und hohe Temperaturen teilweise noch zu Metamorphiten (von griechisch metamorphein = verwandeln) verändert wurden, als Grauwacken. Seine heutige Form mit scharfen Felsgraten und Karen gaben dem Berg die eiszeitlichen Gletscher. Faszinierend erscheinen auch die heutigen Gletscher im Gebiet um den Mount Cook. Sie reichen zum Teil - wie im Fall des Fox- und des Franz-Josef-Gletschers - bis auf eine Höhe von 300 Metern hinab. Und im Gegensatz zum allgemeinen Trend des weltweiten Gletscherrückzugs stoßen diese beiden Eisströme vor und werden größer.

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