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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Manipulation:
Das Wort geht auf das lateinische
manipulatio
für „Handgriff“, „Verfahren“, „Kunstgriff“ zurück (zu
manus
„Hand“ +
plere
„füllen“). Ursprünglich hatte der Begriff durchaus positive Bedeutung, denn eine
Hand voll
Kräuter oder anderer heilender Substanzen gehörte zu den Apothekermaßen. Daraus entwickelte sich die Bedeutung von „Kunstgriff“. Im 18. Jahrhundert schließlich wurde im Deutschen das französische
manipulation
im Sinn von „gezielte Beeinflussung von Menschen“ übernommen. Heute hat
Manipulation
einen negativen Beigeschmack von „Irreführung“, „Trick“, „Machenschaften“.
In der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Psychoanalyse bezeichnet
Manipulation
die gezielte Steuerung fremden Denkens, Fühlens und Verhaltens, ohne dass sich der Betroffene dessen bewusst wäre.
Manipulieren
lassen sich beispielsweise auch Nachrichten, wie z. B. die Berichterstattung über Kriege zeigt.
Durch den medizinischwissenschaftlichen Fortschritt ist außerdem der Begriff der
Genmanipulation
zu einem Reizwort geworden. Er bezeichnet die physikalischen und chemischen Möglichkeiten zur Veränderung des Erbguts beim Menschen wie bei Pflanzen.
Unter einem
Manipulator
versteht man einen Apparat, durch den man Bewegungen der menschlichen Hand oder einzelner Finger auf entfernte Gegenstände übertragen kann. Solche Geräte werden etwa beim Umgang mit radioaktiven Substanzen eingesetzt.
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