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Vor 100 Jahren: Das Marsfieber

Hochkonjunktur für den roten Planeten

Man mag sich vorstellen, dass nach der Erfindung des Teleskops die Erkundung der Marsoberfläche ein Kinderspiel gewesen sein müsste: Man baue ein Teleskop mit gewaltiger Vergrößerung und studiere am Okular die Landschaften des fernen Planeten. Doch so einfach ist das nicht. Die Fähigkeit eines Teleskops, Einzelheiten auf dem Mars sichtbar zu machen, wird von drei Faktoren bestimmt: von seiner optischen Qualität, von seinem Standort und von der Entfernung zum Mars.

Selbst ein ausgezeichnetes Teleskop kann von einem schlechten Standort aus keine Höchstleistung bringen. Der Grund liegt in den optischen Eigenschaften der Erdatmosphäre: Luftschlieren - verursacht durch Temperaturschwankungen - verzerren und verschieben das Bild im Teleskop. Abhilfe schafft hier die Wahl eines Standortes, der hoch gelegen ist, und über dem die Atmosphäre möglichst stabil geschichtet ist. Zu dieser einfachen Erkenntnis kamen die Astronomen aber erst vor etwas über hundert Jahren. Bis dahin waren Sternwarten auch Repräsentativbauten, die man in den Haupt- und Universitätsstädten errichtete. So vergingen Jahrhunderte, in denen man nur wenig über die Marsoberfläche erfuhr.

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Dr. Dirk Soltau
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