Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
schreien
schrei|en I.
〈o. Obj.〉
1.
einen Schrei, Schreie ausstoßen, laut die Stimme ertönen lassen;
das Baby schreit; laut, gellend s.; um Hilfe s.; wir haben geschrien vor Lachen
〈ugs.〉
wir haben sehr gelacht;
nach etwas, nach jmdm. s.
die Stimme laut ertönen lassen (zum Zeichen, dass man nach etwas verlangt, dass man etwas will, dass jmd. kommen soll), laut eine Bezeichnung, einen Namen rufen;
das Baby schreit nach Nahrung; das Junge schreit nach der Mutter; auf dem Gang schrie jemand nach Verbandwatte; ich habe schon dreimal nach ihm geschrien, aber er hat es anscheinend nicht gehört; diese leere Wand schreit nach einem Bild
〈übertr., ugs.〉
an dieser leeren Wand sollte unbedingt ein Bild hängen;
dieses Unrecht schreit zum Himmel
〈übertr.〉
dieses Unrecht ist unerträglich;
~de Farben
grelle Farben;
ein ~des Unrecht
〈übertr.〉
ein schlimmes, unerträgliches Unrecht;
~d bunte Stoffe; es ist zum Schreien
〈ugs.〉
es ist sehr komisch
2.
sehr laut sprechen;
du brauchst nicht so zu s., ich höre gut!
〈iron.〉
II.
〈mit Akk.〉
etwas s.
etwas mit sehr lauter Stimme äußern;
er schrie ihr seine Wut, seinen Kummer ins Gesicht; Ach und Weh s.; Zeter und Mordio s.; „…!“ schrie er
III.
〈refl.〉
sich s.
sich durch Schreien
(I 1)
in einen Zustand bringen;sich heiser s.
Wissenschaft
Gesunder Menschenverstand
Der gesunde Menschenverstand – im Englischen auch als Common Sense bekannt – hieß ursprünglich und bis zum 18. Jahrhundert allgemeiner Menschenverstand, was oftmals als gemeiner Menschenverstand verkürzt wurde und dabei Missfallen erregte. Denn wer wollte schon seinen Verstand für etwas Gemeines einsetzen? Und so kam man...
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