Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Jubel
Ju|bel〈〉
m.
, –s
, nur Sg.
lauter Ausdruck der Freude;
in J. ausbrechen; es herrschte J., Trubel, Heiterkeit
laute Fröhlichkeit
Jubel:
Das Wort für „laute Freude“ kommt ursprünglich aus dem Hebräischen und hat von dort über die katholische Kirche Eingang ins Deutsche gefunden: Nach dem mosaischen Gesetz war jedes fünfzigste Jahr ein Erlassjahr, in dem die Felder nicht kultiviert wurden und Sklaven freigelassen wurden (Altes Testament, Leviticus, 25. Kapitel). Ein solches Erlassjahr wurde mit dem hebräischgenannten Horn eines Widders angeblasen.stand sowohl für das Widderhorn, als schließlich auch für das Jahr selbst, das. Über griechisch und lateinisch („(vor Freude) laut schreien“) kam dieser Begriff alsins Deutsche. Noch heute benutzt man den Ausdruck, wenn etwas nur selten geschieht. Das aus dementstandenebezeichnete also eigentlich eine Feier, die nur alle 50 Jahre stattfand. Es wurde von Papst Bonifatius VIII. im 13. Jahrhundert in abgewandelter Form übernommen. Er führte ein christliches Jubeljahr ein, das nur alle 100 Jahre gefeiert werden sollte und in dem alle Kirchenstrafen erlassen werden sollten. Seine Nachfolger verkürzten die Intervalle auf 50 und dann 35 Jahre. Seit 1470 wird innerhalb der katholischen Kirche alle 25 Jahre ein „Heiliges Jahr“ gefeiert, bei dem ein besonderer Ablass gewährt wird.
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